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Technische Universität München: Neue Stadien von Gerkan, Marg und Partner

Mittwoch, 10.03.2010


Südafrika: Green Point Stadion, Cape Town, Foto: Marcus Bredt
Den architektonischen Sportstätten, entworfen vom Hamburger Renommierbüro Gerkan, Marg und Partner, widmet sich eine Ausstellung an der Technischen Uni München. Zu keiner Zeit wurden derartig viele Sportstätten rund um den Globus errichtet wie in den vergangenen Jahrzehnten. Mit jeder Olympiade, Welt-, Europa- oder Landesmeisterschaft entstehen neue Sportanlagen, die alles bisher Dagewesene übertrumpfen wollen. Meist wird dabei ohne Bezug auf Konstruktion und Funktion eine zeichenhafte Einmaligkeit gesucht, die durch "Styling" der Architektur ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen will. Diesem Trend zum werbewirksamen "Branding" widersetzen sich die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Gmp) seit Jahrzehnten – und trotzdem waren sie bei den zumeist über international ausgeschriebene Wettbewerbe vergebenen Bauten erfolgreicher als alle anderen Architekturbüros. gmp hat momentan 23 Stadien in vier Erdteilen gleichzeitig im Bau oder in Planung und jedes Mal aufs Neue geht es zum einen darum, eine "optimierte Leistungsform und Konstruktion" und zum anderen eine aus dem spezifischen Ort entwickelte charakteristische Identität im kulturellen Kontext zu entwickeln.
Die Ausstellung über die neuesten Sportstätten von gmp im Architekturmuseum der TU München zeigt an Beispielen von Kapstadt bis Brasília, wie modernste Technologie und der Genius loci verschmolzen werden. gmp sucht eben nicht, sinnfällige Metaphern um jeden Preis, ohne Rücksicht auf konstruktive Tektonik zu inszenieren, sondern für ihre Projekte gilt immer der Anspruch klassischer Ingenieur-Kunstbauwerke: "Weniger ist mehr". Die neuen Stadien von gmp, die sich von der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Südafrika bis zum nächsten Turnier in Brasilien 2014 spannen, zeigen eine aus der Logik von Konstruktion, Funktion und Ortsbezug abgeleitete Architektursprache. Diese Gegenposition zum medialen Jahrmarkt formalistischer Eitelkeiten soll mit der Ausstellung des Architekturmuseums der TU München präsentiert und gewürdigt werden. Die Ausstellung ist zu sehen vom 22. April bis 20. Juni 2010.

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