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WERTEL & OBERFELL

Experimente mit mathematischen Formeln

Nach dem Studium heuerten Jan Wertel und Gernot Oberfell zunächst bei Ross Lovegrove in London an. „Das war wie ein zweites Studium“, so Wertel im Gespräch mit arcade. Schon damals begannen sie, mit 3D-Druck zu experimentieren. Heute sind sie Profis in der noch immer neuen Technik. Und realisieren spannende Projekte mit Konzernen wie Philips und Panasonic.

SIE?GEHÖREN?zu den Pionieren des 3D-Design. Bereits 2007 sind Jan Wertel und Gernot Oberfell, die an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert haben und je ein Studio in Berlin und München betreiben, mit der damals noch ganz neuen Technik in Berührung gekommen. „Der Bereich spielte im Studium noch kaum eine Rolle. Wir haben uns praktisch alles selbst beigebracht“, erklärt Jan Wertel im Gespräch mit arcade. Durchs Experimentieren mit mathematischen Formeln und den „Unfällen“, die dabei passiert sind, konnten Wertel und Oberfell Fantasie-Formen generieren, die es vorher noch nie gegeben hatte. So entstand als eines der ersten Objekte der außergewöhnliche ‘Fraktal’-Tisch, in limitierter Auflage von MGX produziert. Welt­bekannte Museen wie z.B. das Victoria & Albert in London sowie private Sammler haben ihn angekauft. Sonst kann sich das ca. 17.000 Euro teure Stück kaum jemand leisten. Die Herstellungskosten sind derzeit noch enorm. „Zurzeit ist die 3D-Technik viel zu teuer, um etwa größere Möbelstücke zu produzieren“, so Wertel. Das wird sich aber, so vermutet der Designer, im Laufe der nächsten Jahre ändern.
Bei kleineren Objekten, wie etwa den spektakulären Kamera-Gehäusen für die ‘Lumix DMC-GM1’, die die beiden soeben für Panasonic entwickelt haben („ein Leuchtturm-Projekt“), rechnet sich das Ganze dagegen schon. Das japanische Groß-unternehmen hatte bei den 3D-Profis ebenso angeklopft wie Philips. Für den Elektronikkonzern entstanden spannende Leuchten, deren typische organische Struktur sich besonders gut für spezielle Licht- und Farbspiele anbietet.
Doch die 3D-Forscher entwerfen auch ganz konventionell, etwa Geräte für Braun, Neff oder Sony. Daneben entstehen in ihrem Design-Labor Polstermöbel, Sideboards ­sowie eine Stuhlfamilie für das polnische Unternehmen Iker. Die ausgefallenen Stuhlschalen mit Bezügen, die ausgeprägte dreidimensionale Strukturen aufweisen, sind so wie sämtliche Entwürfe von WertelOberfell alles andere als gewöhnlich.


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