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Truly Truly

"Wir wollen Grenzen aufheben"

Seit 2012 nominiert die imm cologne jedes Jahr einen anderen Designer oder ein Designerpaar, ‘Das Haus - Interiors on Stage’ zu gestalten. ‘Das Haus’ versteht sich als Simulation eines Wohnhauses, an dem sich gegenwärtige oder zukünftige Einrichtungstrends ablesen lassen. 2019 wird das in Rotterdam ansässige Paar Kate und Joel Booy (Studio Truly Truly), das

ursprünglich aus Australien stammt, diese spannende Aufgabe übernehmen. Wir sprachen mit den sympathischen Kreativen über ihre ‘Haus’-Visionen.

 Kate und Joel, wie überrascht wart ihr zu erfahren, dass ihr ausgewählt wurdet, ‘Das Haus’ auf der imm cologne zu gestalten? Kanntet ihr ‘Das Haus’ und die ­Koelnmesse bereits?

Wir waren natürlich schon überrascht, kannten die imm cologne auch, waren aber vorher noch nicht dort. Aber wir freuen uns natürlich sehr über die Nominierung.

Wie würdet ihr eure Designphilosophie beschreiben, und wie wird sie sich auf der ‘Haus’-Fläche widerspiegeln?

Wir haben unser Studio bewusst Truly Truly genannt, weil uns der Begriff Ehrlichkeit besonders am Herzen liegt. Wir wollen Dinge einfach ehrlich und gut machen. Wir haben ja beide Grafikdesign studiert und denken, dass das sicher auch Einfluss hat auf unsere Art, Produkte zu gestalten. Das lässt sich vermutlich recht gut an der Leuchten-Kollektion ‘Typoghraphy’ ablesen, die wir für Rakumba entwickelt haben.

Und welchen Einfluss hat eure australische Herkunft sowie die Zeit, die ihr in den Niederlanden verbracht habt, auf eure Arbeit? (Die beiden leben seit 2010 dort.)

Beides hat unser Denken sicherlich beeinflusst. Das australische Design hat noch keine lange Tradition, was bedeutet, dass junge Designer dort sehr frei sind in ihrer Herangehensweise und keine Angst davor haben, sich nach ihren eigenen Vorstellungen kreativ auszudrücken. Während das niederländische Design eine sehr lange Tradition hat, sehr konzeptionell, sehr innovativ ist und einen Background hat. Wir verstehen Design darüber hinaus aber auch als Kommunikation und legen Wert darauf, dass unsere Produkte komfortabel sind. Außerdem experimentieren wir viel mit Materialien, Haptiken, Oberflächen und Farben.

Und das wird vermutlich auch im ‘Haus’ eine Rolle spielen.

Ja, es wird zum Beispiel flexible Wände aus Stoffen geben. Außerdem wollen wir die Küche zum Mittelpunkt des Wohnens machen, zur Seele des Hauses, in der auch live Speisen zubereitet werden können.
Offen zu einer Aktionsfläche mit großem Tisch, an dem gegessen, gearbeitet und gewerkelt werden kann. Wir wollen die Grenzen zwischen den Räumen aufheben und tradierte Vorstellungen vom Wohnen hinterfragen.

Digitalisierung ist das Schlagwort der Stunde. Wie viel Smart Home werdet ihr in ‘Das Haus’ einbauen?

Wir nutzen selbstverständlich Smartphones, Tablets, Laptops etc., aber wir sehen das Zuhause vor allem als Rückzugsort, als Ort zum Relaxen, in dem Technik nicht im Fokus stehen sollte. 

Gibt es etwas, das ihr aus eurer privaten Wohnsituation mit in ‘Das Haus’ übernehmt?

Wir mögen Pflanzen in unserer Wohnung. Natur bedeutet Lebendigkeit und das wünschen wir uns auch im ‘Haus’ und planen, eine komplette Wand aus Pflanzen zu installieren.

Werden auch neue Designs von euch zu sehen sein?

Definitiv. Wir sind aktuell dabei, mit verschiedenen Herstellern Möbel und Prototypen speziell für ‘Das Haus’ zu entwickeln. Aber auch Produkte von anderen Designern kommen zum Einsatz.

Bis zur imm sind es nur noch gut drei Monate. Wie sehr seid ihr schon im Stress, dass alles rechtzeitig fertig wird?

(Alle lachen) Ja, es ist schon noch eine Menge Arbeit. Ein ganzes Haus zu planen, ist keine Kleinigkeit, und es laufen natürlich auch noch andere Projekte nebenbei. Aber wir sind optimistisch, dass alles klappt.

Okay, wir drücken euch die Daumen und freuen uns schon, euer Haus bald „live“ zu erleben.

Die Fragen stellte Heike Gessulat


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