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JUTTA WERNER / NOMAD

Die Nomadin

Der Name ihres Studios ist Programm: Für Nomad ist ­die Designerin und studierte Architektin Jutta Werner gut die Hälfte ihrer Arbeitszeit weltweit unterwegs. ­Ob per Flieger oder Auto, für ihre interdisziplinäre ­Arbeit findet sie dabei jede Menge Inspiration „on the way“. Für ihre persönliche Ästhetik des Schlichten ­gepaart mit ­charmanten Überraschungsmomenten.

Interdisziplinäres?Arbeiten, ästhe­tische Konstanz und leise, unauf­geregte ­Innovationen zählen zu den ­Markenzeichen von Jutta Werner. Nach ihrem Architektur-Studium in Hamburg machte sich die Kreative, geboren 1969, bereits mit ­25 Jahren selbstständig, gestaltet und kuratiert seitdem für Kunden wie Dedon, Ligne Roset, Jab Anstoetz oder ­Vorwerk. Während ihre häufig textilen Arbeiten ­früher vor ­allem Events, Messestände, ­Stores oder Foto-Shootings prägten, liegt ihr ­Augenmerk seit einem Jahr verstärkt auf eigenen Designs, mit denen sie noch mehr Persönlichkeit zeigen kann. So begegnete die weltoffene, reiselustige Wahlhamburgerin und Mutter von vier ­Söhnen vor einiger Zeit im Himalaya Bauern, die ihr Heu mit recyceltem Bonbonpapier verschnürten. „Das Farbenspiel des Materials hat mich fasziniert, es glänzte und glitzerte. Also ließ ich solche Papier-Bündel in einer indischen Weberei weiterverarbeiten“, erläutert Jutta. Um maximalen Kontrast zu erzeugen, wurden sie mit Schurwolle verwoben. Das beeindruckende Ergebnis: Der Upcycling-Teppich „Nomad_1“ erscheint dadurch zunächst matt und gewöhnlich, aber wenn die Sonne scheint, beginnt er zu funkeln wie eine Wasseroberfläche. Die Kunden wählen Maße und Wolle für den Rug selbst. Doch das wiederverwertete Bonbonpapier lässt sich nicht steuern, da kann ein Faden auch mal komplett lila oder gelb sein. „Das ist sozusagen ­Vo­lume 2 der Individualisierung: Ein Produkt, das einen Rest von Über­raschung und Einzigartigkeit bewahrt.“ Genau das zeichnet ihr ­Design aus: gut funktionierende Produkte mit einem charmanten, unkon­trollierbaren Nebeneffekt. Ein wunderschönes Schmuckstück für die Wand ist mit dem Spiegel „Wall Jewellery_01“ für Ligne Roset entstanden, der aus fünf unterschiedlich großen bronze­getönten Spiegeln besteht, verbunden durch einen textilbezogenen Stahldraht.
Eine weitere Leidenschaft der modernen Nomadin ist das Gestalten von Interieurs, für die sie tief in die Markeniden­tität der Kunden eintaucht. Zuletzt etwa für den neuen Kinderbereich im „Haus Hirt“ in Bad Gastein. Mit viel Feingefühl für kindliche Stimmungen und eine warme Atmosphäre hat ­Jutta Werner einen Spiel- und Rückzugsort für kleine und große Kids als „Haus im Haus“ maßgeschneidert. Im Zentrum steht der große Gemeinschaftstisch, ein Ersatz für die ehemals einzelnen Tische. Separation und Gruppenbildung sollen so vermieden werden. Denn: „Mit ­Innenarchitektur kann ich auch Interak­tion schaffen und steuern“, so die mehrfache Award-Gewinnerin. Der Hauptraum beinhaltet zudem eine Spiel­ecke für Kleinkinder. Für hohe Wiedererkennung und Sicherheit herrscht hier wenig Flexibilität. Anders als im mit Schallschutz ausgestatteten Bewegungsraum, der zum Toben da ist. Äußerst beliebt im Kids Club ist auch der Tischkicker. Den hat ­Jutta offen und einladend in einem farbigen Kubus mit großer Glasfront ­inszeniert.                 



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