Desp
Designstudio MUT

Forsche Grenzgänger

Träumen wir nicht alle davon, in Häusern und Wohnungen zu leben, die die Grenze zwischen Innen und Außen aufheben und so ein naturnahes Wohnen ermöglichen? Mit dem Entwurf für „Das Haus“, den das spanische Designstudio MUT auf der kommenden imm cologne vorstellen wird, ­geben die Kreativen dieser Vorstellung Raum. Und konzipieren eine ­Architektur, die sich zu allen Seiten öffnet und ein gemeinschaftliches ­Leben unter freiem Himmel zelebriert, inklusive Outdoor-Bad.

Den eigenen Ideen vom Wohnen freien Lauf lassen und ein Haus entwickeln, das frei von baurechtlich Zwängen und gestalterischen Vorgaben ganz den eigenen Vorstellungen entspricht? Ein Traum, den die imm cologne jedes Jahr aufs Neue wahr werden lässt, indem sie ein bekanntes Designstudio für die Gestaltung der Installation „Das Haus“ nominiert. Zu sehen und zu begehen im Rahmen der Koelnmesse vom 13. bis 19. Januar in ­Halle 3.1. Im kommenden Jahr dürfen wir uns auf die Visionen und Ideen des spanischen Duos MUT freuen. 2010 von Alberto Sánchez und Eduardo Villalón gegründet, ansässig in Valencia, arbeitet das Team, das seit vier Jahren von der deutschen Produktdesignerin Pola Knabe unterstützt wird, für internationale Hersteller wie z.B. Expormin, Gan, Ex.t, Sancal, Preciosa Lighting, Bolia oder E Interiors. Zu den bekanntesten Entwürfen gehört der famose Hängesessel „Nautica“ für Expormin, dessen weiche Linien einer altbekannten Form ein neues, zeitgemäßes Gesicht geben.

Neben Möbeln, Teppichen, Fliesen und Leuchten gestaltet MUT auch Hotels und Ausstellungen. Dabei setzen die Spanier  auf eine multidisziplinäre Herangehensweise, eine emotionale Designsprache sowie klare geometrische Formen wie Kreis und Quadrat. Auch bei ihrer Interpretation für „Das Haus“ spielen sie mit diesen Grundformen und entwerfen eine kreisrunde, nach allen Seiten offene Architektur, die an einen klassischen Pavillon erinnert. Zu den wichtigsten Aspekten ihrer „Haus“-Simulation gehört der fließende Übergang ­zwischen Innen und Außen. So wollen sie ein ­Leben in unmittelbarem Kontakt zu einer möglichst naturnahen Umgebung simulieren und kommen damit den Wünschen vieler Großstädter entgegen. Mit ihrem Konzept beziehen sie sich auf die in Spanien sowie in vielen südlichen Ländern ­gelebte Kultur, sich abends im Freien auf Straßen und Plätzen zum geselligen Austausch zu treffen. So nennen sie ihr Haus treffend „A la Fresca“, was soviel bedeutet, wie „An die frische Luft“. „Leben am Mittelmeer ist gleichbedeutend mit Leben im Freien. Seit jeher haben unsere Häuser immer ein Stück Natur ins Innere integriert“, erläutern die Kreativen. Traditionell ist der ­Patio, ein beschatteter Innenhof, integraler Bestandteil mediterraner Architektur. MUT hat dieses Prinzip umgekehrt. Ihr Haus entwickelt sich von Innen, von einem höhlenartigen Rückzugsraum im Zentrum nach außen. Eine streng gezogene Linie zwischen In- und Outdoor sucht man vergebens. „Unsere Intention war es, die Grenzen zwischen innen und außen aufzuweichen“, so Alberto Sánchez. „Wir können uns vorstellen, dass mit der Erfahrung warmer Sommer nicht nur die Outdoor-Küche populärer wird, sondern auch die Lust steigt mit Outdoor-Bädern zu experimentieren.“ Darüber hinaus sind alle Wohn-Bereiche für unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten konzipiert und laden auch zur gemeinschaftlichen Nutzung ein. Auch das sind wichtige  Aspekte, die den Bedürfnissen nicht nur junger Städter entsprechen, und die Architekten hoffentlich zur realen Um­setzung animieren.


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