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MICHAEL YOUNG

Life happens!

Er liebt technische Herausforderungen. Sein jüngstes Baby: ein ultraleichter, mit Coalesse entwickelter Stuhl aus Karbonfaser, der weniger wiegt als zwei Flaschen Wasser. Auf dem Mailänder Salone erläuterte uns der Engländer Michael Young den Designprozess des minimalistischen Newcomers.

Michael, seit knapp zehn Jahren ist Hongkong deine Homebase. Was war der Grund, dein Studio dorthin zu verlagern.
> Es war nicht wirklich geplant, sondern hat sich so ergeben, weil ich mehr und mehr in Projekte in Asien involviert war. Hongkong ist keine einfache Stadt für Designer, außerdem ein sehr teures Pflaster, aber für mich haben sich dort glücklicherweise viele neue Möglichkeiten und Kooperationen mit jungen, innovativen Marken eröffnet, zum Beispiel mit EOQ und Coalesse.

Stichwort Coalesse: Sprechen wir über deinen Stuhl ‘5_MY’, den du mit dem Bürohersteller entwickelt hast, der in-zwischen serienreif, hier in Mailand vorgestellt wird. Gefertigt aus Karbonfaser und mit 2,3 kg unfassbar leicht.
> Ja, er wiegt extrem wenig, was enorme Vorteile bietet, z.B. bei Transport und Logistik. Die Fahrradindustrie, für die ich seit einigen Jahren tätig bin, ist mit der Karbonfaser-Technologie längst vertraut. Deshalb haben wir mit einem Hersteller von Hochleistungsrädern kooperiert und gemeinsam Form und Struktur des ‘ Nicht lange. Nur etwa ein bis anderthalb Jahre. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Coalesse ist zudem ein starker Partner und so konnten wir das Projekt schnell und unkompliziert umsetzen.

Wo wird der Stuhl produziert?
> In China. Viele denken immer noch China steht nur für Billig-Produkte und Kopien, aber das Land hat in den letzten zehn Jahren eine enorme Entwicklung hingelegt. Dort wird längst auch sehr hochwertig produziert.

Was wird der Stuhl etwa kosten?
> Preislich ist er natürlich nicht mit einem Kartell-Stuhl vergleichbar, weil Karbonfaser um etliches teurer ist als Kunststoff. Er liegt jetzt etwa auf dem Niveau eines Carl Hansen-Stuhls, also um 800,- Euro.

An welchen Projekten arbeitest du derzeit außerdem?
> Wir launchen viel für die Fahrradindustrie, haben gerade das Re-Design des ‘Moke’-Car entworfen, entwickeln Wasserreinigunssysteme, haben experimentelle 3D-Schuhe designt (siehe S. 4) und so einiges mehr.

Gibt es konkrete Pläne für die nähere Zukunft?
> Ich habe aufgehört Pläne zu machen. Life happens! Aber ich denke, ich werde nächstes Jahr wieder einige Möbel entwerfen.

Das Gespräch führte Heike Gessulat


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