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BÜRO BERNADOTTE & KYLBERG

Blaues Blut mit Kreativ-Potenzial

Als Carl Philip Bernadotte von Schweden vor einem Jahr seine Sofia heiratete, gingen die Bilder des schönen Brautpaars um die Welt. Doch der attraktive Prinz bietet nicht nur Stoff für die Yellow Press, sondern liefert auch handfesten kreativen Input für die Interior-Branche. Zusammen mit seinem Studienfreund Oscar Kylberg gründete er 2012 in Stockholm das Designbüro Bernadotte & Kylberg.

Dem Mann liegt das Gestalten quasi im Blut. Schon der Großonkel von Carl Philip war Industrie-Designer, einer der ersten übrigens weltweit. Ein Kaffeeservice von ihm hat es sogar bis in die Design-Sammlung des New Yorker MoMa geschafft. Und auch in der Ahnenreihe seines Partners Oscar Kylberg findet sich Kreativ-Talent. So hängt z.B. ein Gemälde seines Urgroßvaters im Kunstmuseum in Göteborg. Ihre Inspiration beziehen die beiden Newcomer allerdings nicht von ihren Altvorderen, sondern aus ihrer unmittelbaren Umgebung. „Wir lassen uns immer wieder vom Wasser ­inspirieren“, erklärt Carl Philip. Ihr Firmensitz, die schwedische Hauptstadt, umgeben vom Meer, bietet dafür beste Vor­aussetzungen. Und so trägt ihre jüngste Vasen- und Schalen-Kollektion für Stelton nicht nur den Namen ‘Stockholm Horizon’, sondern lebt auch von der subtilen Farbigkeit des Wassers mit seinen unterschiedlichsten Blau-Nuancen. Wie handgetuscht wirken die fein abgestuften Bleu-Schattierungen, die auf den emaillierten Oberflächen der Aluminium-Gefäße eine ganz besondere Brillanz entwickeln. 

Für die ebenfalls für Stelton entstandene Kollektion ‘Stockholm Aquatic’, deren Design gleichermaßen von den Farben des Meeres bestimmt wird, sind 
Bernadotte & Kylberg 2015 mit dem Red Dot ausgezeichnet worden. Drei Jahre Arbeit stecken in dem Entwurf. Dabei arbeitet das Design-Duo ganz eng ­zusammen, probiert und experimentiert gemeinsam. „Wir fühlen uns oft wie eine Person mit vier Augen“, beschreiben sie ihre Sicht- und Herangehensweise. So ist auch die Textil-Kollektion für das schwedische Kaufhaus Åhléns entstanden. Läufer, Decken, Kissen und Badtextilien, deren Dessins sich aus grafischen Elementen zusammensetzen.

Dass die Aufmerksamkeit, die Bernadotte & Kylberg derzeit bekommen, auch mit dem blaublütigen ­Prinzen zusammenhängt, versteht sich von selbst. „Deshalb müssen wir doppelt gut sein“, erklärt Carl Philip. Denn was er auf keinen Fall will: Erfolg aufgrund seiner ­Prominenz. Sympathisch! Und eigentlich muss er sich darum auch keine Gedanken machen. Denn was die Schweden bisher vorgelegt haben, ist schlicht und ­einfach überzeugend.

Heike Gessulat


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