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Jeschkelanger

Glasabfälle zu neuem Leben erweckt

2016 gründeten die beiden Künstlerinnen Marie Jeschke und Anja Langer in Berlin das gemeinsame Studio Jeschkelanger. Mit ihren Werken sprengen sie die Grenzen von Kunst, Design und Architektur auf. "Von Anfang an wählten wir Glas als unser ständiges Ausgangsmaterial", so Langer und Jeschke. Ihr interdisziplinäres Project „Empty_glass“ brachte im letzten Jahr 18 KuratorenInnen aus der ganzen Welt an einem riesigen Glastisch in Venedig zusammen. 2018 begannen die Künstlerinnen ihre Forschung an dem Oberflächenmaterial „Basis Rho“ – mit dem sie ihre dreidimensionale abstrakte Malerei in den architektonischen Innenraum überführen.

„Basis Rho“ ist der erste Neoterrazzo zum Hineinschauen. Polyfunktional, anpassungsfähig, langlebig kann das in Berlin handgefertigte Oberflächenmaterial zur Gestaltung von Räumen, als Wand- oder Bodenfliese (auch im Bad), aber auch für Möbel und Objekte verwendet werden. Die multicoloren Glasprismen werden wie Pinselstriche in eine feine Betonmatrix komponiert. Jede Fliese ist ein handgefertigtes Unikat.

Die Glasbrocken, die dem Material ihre spannende Lichtdurchlässigkeit und frische Eleganz verleihen, bezieht das Künstlerinnenduo aus Produktionsresten deutscher Glashütten. Während einer Recherche für ein neues Kunstwerk entdeckten sie 2018 auf dem Hof einer Glashütte - die mundgeblasene Flachgläser für international erfolgreiche Künstler (u.a. Gerhard Richter, Imi Knoebel, Olafur Eliasson) und Architekten herstellt - Tonnen von edelsteinartigen Abfällen. Sofort fasziniert von den glanzvollen Steinen entwickelte Jeschkelanger daraus das transluzente „Basis Rho“. Die dreidimensionale Malerei ist ein Verbund aus den mehrfarbigen Glasabfällen und gefärbtem Beton. Die Oberfläche ist so fein gearbeitet, dass die Grenzen zwischen Glas und Stein verschwimmen und auch durch Berührung nicht spürbar sind. "Bei diesem Material wird die Handschrift anderer Kreativer zu unserer Palette von Farben und Formen. Mit Basis Rho gestalten wir Wände, Böden und skulpturale Innenräume. Die kollektive Ästhetik von Basis Rho umfasst neben den physischen Aggregaten auch den immateriellen Wert von Ideen, Konzepten und den Orten anderer", erläutern die beiden Künstlerinnen.

Nach ausgiebiger Forschung wurde „Basis Rho“ Anfang 2020 gelauncht und erstmals im Februar auf der Surface Design Show in London präsentiert. Im Berliner Direktorenhaus wird das Oberflächenmaterial aktuell auch dem deutschen Publikum vorgestellt und in seiner gesamten Form-, Farb- und Gestaltungsvielfalt erlebbar. Neben einer raumgreifenden Installation aus Fliesentafeln zeigt Jeschkelanger dort erstmals Prêt-à-porter Objekte aus dem multifunktionalen Material.

Erhältlich ist der Neoterrazzo als „Basis Rho Edition“ - zwölf Fliesentafeln, die gemeinsam ein Bild ergeben - oder als „Basis Rho Potential“ - ob Sondermaß, individueller Stil oder spezieller Standort, hier bestimmt der Kunde alle Grundkomponenten mit. Ganz neu im Sortiment sind die „Basis Rho Objects“. „Anti Bodies“ ist eine Serie aus Vasen und kleinen Kerzenhaltern, die während des Corona-Lockdowns in ihrem Berliner Studio entstanden sind. Die Neoterrazzo-Unikate für Erwachsene und Kinder sind im Online-Shop (ab Anfang September) erhältlich: www.basisrho.com. Mehr über das Künstlerinnen-Duo außerdem unter http://jeschkelanger.de/

Portraitfoto Jeschkelanger: Hannes Greve


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