IBA-Studie 2017

Mehr Wohlbefinden – mehr Produktivität

Zunächst das Positive: Knapp 80 % der Bürobeschäftigten sind mit der Ausstattung ihres Arbeitsplatzes zufrieden. Das sagen die Ergebnisse der brandaktuellen IBA-Studie. Jedoch: In wichtigen Punkten bleibt die Wirklichkeit hinter den Ansprüchen der Arbeitnehmer zurück. So hat jeder Fünfte keinen bequemen Office-Stuhl, und in der Mehrzahl der Büros fehlt es an Rückzugsbereichen. Sowie auch an Mitspracherecht bei der Auswahl der Möbel. Die Arbeitswelt mit ihren rund 21 Mio. Büroangestellten in Deutschland befindet sich in einem radikalen Wandel. Neue Formen der Zusammenarbeit – Stichwort Digitalisierung und New Work – erfordern ganzheitliche Lösungen bei Bürokonzepten, Arbeits- und Kommunikationsstrukturen. Inwieweit die bundesweiten Büros diesen Anforderungen bereits gerecht werden, hat jetzt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) in einer repräsentativen Umfrage zum Thema „Wohlbefinden am Arbeitsplatz“ untersucht. „Experten“ sind hier die deutschen Büroarbeitnehmer selbst. Über 1.000 Beschäftigte wurden danach befragt, wie stark sich ihre Arbeitsumgebung in den letzten Jahren verändert hat, auf welche „Wohlfühlfaktoren“ es ihnen ankommt und wie ihr Arbeitsplatz tatsächlich ausgestattet ist. Das Ergebnis ist zunächst einmal sehr positiv: 78 % der Befragten sind mit der Ausstattung und Einrichtung ihres Arbeitsplatzes zufrieden. Besonders zufrieden ist die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Einzelbüros. Gerade diese laufen aber Gefahr, von der Entwicklung der Arbeitswelt abgehängt zu werden. Während insgesamt wenigstens 36?% der Arbeitnehmer angaben, dass ihr Office-Umfeld, also der eigene Arbeitsplatz oder die zusätzlich zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, an die veränderten Anforderungen angepasst wurden, konnten unter den Inhabern von Einzelbüros nur noch 29% von entsprechenden Veränderungen berichten. Unabhängig von der Raumform zeigen die Befragungsergebnisse sowohl grundsätzlichen Nachholbedarf als auch neue Anforderungen hinsichtlich der durch New Work geprägten Arbeitsplätze. So gibt nach wie vor fast jeder Fünfte an, keinen bequemen Bürostuhl zu haben, obwohl dieser für nahezu alle Befragten zu den wichtigen oder sehr wichtigen Wohlfühlfaktoren zählt. Ähnlich hoch ist die Bedeutung angenehmer Temperaturen. Hier sehen sogar knapp 40?% noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Doch auch in den Bereichen, die Kennzeichen der New Work sind, gibt es große Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. So fehlen bei fast 60% der Beschäftigten Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten, obwohl diese für vier von fünf Befragten wichtig oder sehr wichtig sind. Ein niedriger Geräuschpegel lässt sich immerhin bei rund 60% der  üroarbeitsplätze einhalten. Die Zahl kommt allerdings nur zustande, weil viele Arbeitnehmer in Ein- und Zweipersonenbüros arbeiten. Schon ab drei Personen in einem Büro sinkt die Zufriedenheit deutlich. Dabei gehört ein niedriger Geräuschpegel für fast alle zu den unabdingbaren Merkmalen guter Arbeitsplatzgestaltung.


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