Interview: Thomas Postert, Director Orgatec

"Von überholten Denkstrukturen lösen"

Unter der Leitidee ‘Culture@work’ will die Orgatec im
Oktober in Köln visionäre Office-Konzepte für die komplexen Arbeitswelten der
Zukunft präsentieren. arcade fragte bei Thomas Postert, Director Orgatec, nach,
was genau sich hinter dem Messe-Motto verbirgt, welche Event-Highlights die
Besucher nicht verpassen sollten und wie sich der tiefgreifende Wandel, der mit
der Digitalisierung einhergeht, auf der Orgatec darstellen wird.




Herr Postert, die gesamte Office-Branche fiebert der Orgatec 2018 entgegen.
Welche Indizien sprechen aus Ihrer Sicht schon jetzt dafür, dass es eine Erfolgs­veranstaltung
wird?


Zum einen ist das Interesse der Unternehmen, sich auf der Orgatec zu
präsentieren, sehr groß, der Anmeldestand entsprechend hervorragend. Ganz
besonders wichtig ist uns aber, dass wir für 2018 viele neue Event-Highlights
im Programm haben. Die hier gelieferten Inhalte kommen bereits sehr gut bei
unserer Fachbesucher-Zielgruppe an, und dementsprechend gut ist die Resonanz
bei den Voranmeldungen. Man spürt, dass ein hoher Informationsbedarf besteht
und die inhaltliche Weiterentwicklung der Messe allenthalben anerkannt wird.
Neben vielen neuen Ausstellern bietet die Orgatec spektakuläre Events wie
‘Plant 10.1’, die ‘Architectureworld’ oder die Sonderflächen ‘Work to Go’ und
‘Meeting

Culture’. Das sind doch allerbeste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Messe,
finden Sie nicht auch?



Das hört sich vielversprechend an. Wie Sie sagen, werden erstmals die
‘Architectureworld’ und der Deutsche Hoteltag im Rahmen der Messe stattfinden
und so die Architekten und Planer gezielt angesprochen. Warum sollte diese
Zielguppe auf jeden Fall einen Messe-Besuch einplanen?


Weil die Orgatec Arbeitswelten ganzheitlich betrachtet und Architekten und
Planern einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung auf diesem Gebiet
ermöglicht. Moderne Arbeitswelten werden immer komplexer und müssen
unterschiedlichste Anforderungen erfüllen. Architektur muss daher frühzeitiger
und intensiver in die Planung von Objekt- und Hotelbauten aufgenommen werden
als bisher. Besucher und Aussteller haben bei uns in Köln die einzigartige
Gelegenheit, Entscheider aus allen Bereichen zu treffen und sich intensiv
auszutauschen. Das beginnt bei der Planung der Gebäudehülle bis hin zu Böden,
Licht, der technischen Ausstattung und natürlich allen Aspekten der
Arbeitsplatz- und Raumgestaltung sowie Möblierung. Das bietet in dieser Form
keine andere Veranstaltung. Und deshalb sollten Architekten und Planer, aber
auch Vertreter der Immobilienbranche und des Fachhandels, sie nicht verpassen.
Auch Entscheidern und Inhabern mittelständischer Unternehmen bietet die Messe
viele praktische Lösungen, wie sie ihre Unternehmen auf die Herausforderungen
der sich rasant ändernden Märkte vorbereiten können.



Die Arbeitswelt erlebt durch die Digitalisierung derzeit einen
tiefgreifenden Wandel. Wie stellt sich dieser Umbruch auf der Orgatec dar?


Office-Umgebungen müssen immer flexibler werden. Sie müssen sich entsprechend
der jeweiligen anstehenden Aufgaben auf unterschiedlichste Arten nutzen,
vernetzen oder wohnlich gestalten lassen. Dabei spielt auch die
Individualisierbarkeit eine große Rolle und es kommen eine Vielzahl neuer
Designs und Materialien zum Einsatz. Wissensarbeit wird noch mobiler und löst
sich mehr und mehr von statischen Arbeitsplatzlösungen. Gleichzeitig nimmt das
Bedürfnis nach komfortablen, stylischen Rückzugspunkten als Gegenpol zum
zunehmenden „mobilen Multitasking-Arbeitsalltag“ zu. Die Orgatec hat schon
einige innovative Lösungen für diese Entwicklung gezeigt und ich bin sicher,
dass wir im Oktober noch viele weitere kreative Ideen sehen werden. Mit unserem
Event- und Kongressprogramm werden wir diese Entwicklung ebenfalls aufgreifen.
So können die Besucher auf unserer Sonderfläche ‘Smart Office &
Conferencing Technology’ die neuesten Technologieprodukte nicht nur sehen, sondern
unter realen Bedingungen einem echten Alltagstest unter-

ziehen. Gleichzeitig können sie im Rahmen von ‘Plant 10.1’ auch kreative
Rückzugsorte im Arbeitsalltag oder Co-Living-­Ansätze live erleben.



Einerseits werden die Office-Welten ­immer digitaler, anderseits immer noch
wohnlicher. Ist das nicht eigentlich ein Widerspruch?


Nein, genau genommen nicht. Denn der Wohlfühlfaktor bei der Arbeit ist enorm
wichtig. Wenn wir uns in unserer Job-Umgebung wohler fühlen, weil diese
„wohnlicher“ oder auch individueller ist, hat das einen positiven Effekt auf
unser kreatives Potenzial. Darum müssen wir uns grundsätzlich von alten
Denkstrukturen lösen und unsere Arbeitswelten den aktuellen Gegebenheiten und
Anforderungen anpassen. Wir werden auf der Orgatec viele verschiedene
Ergebnisse dieser neuen Denkweise sehen, da bin ich mir sicher.



Das diesjährige Messe-Motto lautet ‘Culture@work’. Warum hat die Messe
dieses Motto gewählt und was verbirgt sich dahinter?


Unsere Art zu arbeiten ändert sich immerzu. Arbeit ist mobil geworden, wir
arbeiten häufig in wechselnden, auch internationalen Projektteams. Zudem führen
die Digitalisierung, Internationalisierung und die sich vielfältig und stetig
verändernden Prozesse zu neuen Formen der Zusammenarbeit. Das erfordert in
vielen Fällen auch eine neue Unternehmens- und Arbeitskultur mit flacheren
Hierarchien und dezentralen Entscheidungsfindungsprozessen. Dafür müssen die
technischen, räumlichen, strukturellen und kulturellen Voraussetzungen
geschaffen werden, die sich schlussendlich u.­?a. auch in veränderten
Office-Umgebungen auswirken. Das Motto der diesjährigen Orgatec,
‘Culture@work’, bringt all das zum Ausdruck.       

Die
Fragen stellte Heike Gessulat



Das Interview ist in der arcade-Ausgabe Juli/August 2018 erschienen. Sie möchten
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