Interview mit Hadi Teherani

Bauen in Indien

Er gehört sicherlich zu den produktivsten Baumeistern unserer Zeit. Der bekannte, in Hamburg ansässige Architekt Hadi Teherani entwirft viel und grenzüberschreitend. Vom Hochhaus bis zum E-Bike, von der Unternehmenszentrale bis zum Bürostuhl. Sein Aktivitätsradius reicht von Deutschland bis nach Abu Dhabi, von Moskau bis nach Teheran. Auch in Indien sind diverse Projekte entstanden, einige aktuell noch im Bau. Wir sprachen mit Hadi Teherani über die Besonderheiten des indischen Marktes, den gigantischen Kontrast zwischen Arm und Reich und die Eigenarten der sogenannten "Vastu"-Lehre.

arcade: Sie haben in Bangalore das Lithos und in Hyderabad das Jubilee Hills Landmark geplant. Für welche Zielgruppe wurden die Eigentumswohnungen entwickelt?

Hadi Teherani: Beide Projekte beinhalten Luxuswohnungen für eine wohlhabende Klientel, teilweise mit 500 – 600 qm  Wohnfläche, eingerichtet nach westlichen Standards mit allen Annehmlichkeiten. Es sind die teuersten Eigentumswohnungen Indiens, die in diesem Gebäude verkauft werden.

arcade: Wie unterscheidet sich das Bauen in Indien von der westlichen Bauweise?

Hadi Teherani: Es unterscheidet sich im Prinzip in allem. Nach unserem westlichen Verständnis richten wir das Haus, bzw. die Wohnung nach Kriterien wie Himmelsrichtungen oder Aussicht aus. In Indien werden die Gebäude hingegen in der Regel nach der sogenannten Vastu-Architektur gestaltet. Das ist das indische Pendant zur chinesischen Feng Shui-Lehre, wird aber wesentlich strenger ausgelegt und ist in der indischen Bevölkerung sehr stark verankert. Demnach muss die Küche z.B. immer nach Südosten und die Schlafzimmer immer nach Südwesten ausgerichtet sein. Das Zimmer der Tochter dagegen nach Nordosten. Zu jedem Projekt wird mindestens ein Vastu-Berater hinzugezogen. Das Problem ist: Oft widersprechen sich diese Berater, was die Sache für uns Architekten natürlich nicht leichter macht. Wir hatten z.B. bei einem unserer Projekte unter dem Gebäude eine Tiefgarage geplant, aber der Vastu-Berater sagte, dass das Haus keinen Keller haben dürfe, also mussten wir alles umplanen. Da hilft auch keine Diskussion, denn die Inder sind davon überzeugt, dass, wer sich nicht an die Vastu-Lehre hält, negative Energien und Unglück anzieht. Auch bei den Baumaterialien muss man aufpassen, auch da gibt es „gute“ und schlechte“ Werkstoffe.


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