Im arcade-Interview

Kartell-Chef Claudio Luti

„Keine Möbel, sondern Lifestyle-Produkte“

Kartell gehört fraglos zu den bekanntesten Möbelherstellern Italiens mit einer über 70-jährigen Geschichte. Von Claudio Luti, Chef des Kult-Unternehmens, wollten wir wissen, wie Kartell die Pandemie überstanden hat, wie präsent für ihn das Thema Nachhaltigkeit ist und welche Rolle seine Kinder im Unternehmen spielen.

Herr Luti, eine Frage, die uns und die ganze Interior-Branche besonders beschäftigt – wie ist die aktuelle Situation in Italien? Wie hat die italienische Möbel-Industrie die Krise bis jetzt bewältigt?
Claudio Luti: Die Möbel-Industrie hat nicht wie andere Sektoren gelitten, und dies liegt auch daran, dass in den schwierigsten Monaten der Pandemie bei den Verbrauchern der Wunsch nach einem schöneren, einladenderen und funktionaleren Zuhause wuchs.

Und wie ist die Lage bei Kartell? Wie haben Sie und Ihr Unternehmen das vergangene Jahr und die ersten Monate 2021 erlebt?
Trotz dieser speziellen Zeit, die wir erleben, waren die letzten 12 Monate in Bezug auf Umsatz und Wachstum für Kartell positiv. Wir haben nie aufgehört zu arbeiten, wir haben nicht nur neue Produkte entwickelt und fertiggestellt, die in den kommenden Monaten präsentiert werden, sondern auch technologische und nachhaltige Innovationen, die die Grundlage unseres Portfolios für 2021 bilden. Darüber hinaus planen wir weiterhin Handels- und Kommunikationsstrategien, die uns noch näher an den Kunden heranbringen, indem wir sehr emotionale Shops gestalten, in denen der Einkauf zum Erlebnis wird. Tatsächlich haben wir unser Einzelhandelsnetzwerk mit neuen Shop-Eröffnungen weltweit weiter gestärkt.

Kartell ist weltweit vertreten. In welchen Ländern mussten Sie Umsatzeinbußen hinnehmen, in welchen Ländern ist es trotz Pandemie gut gelaufen?

Kartell ist auf der ganzen Welt mit einem ausgedehnten Vertriebsnetz präsent, das ständig erweitert wird. Auch in den letzten Monaten haben wir daran gearbeitet, die Zahl der Verkaufsstellen mit prestigeträchtigen Neueröffnungen zu stärken und umzusetzen. Wie zum Beispiel in Paris, wo wir nun unser zweites Geschäft eröffnet haben, in der Nähe der Champs Elysées, in dem wir eine neue Art der Präsentation der Räume und Produkte eingeführt haben – ausgehend vom Konzept einer „Boutique“, um der Welt der Mode und des Lifestyle noch näher zu kommen. Ebenso in Madrid im angesagten und eleganten Salamanca-Viertel sowie in Lugano und in Australien in Perth und Melbourne. Sicherlich gibt es aber auch ­Länder und Regionen, in denen die Pandemie-Situation die Lage etwas kritischer macht, wie Südamerika, und somit der Markt mehr leidet und wir auf eine Erholung in den kommenden Monaten hoffen.

Eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit ist Nachhaltigkeit. Als Hersteller von Kunststoffmöbeln wird man sicherlich mit dem Thema konfrontiert, weil Kunststoff ja nicht das beste Image hat. Dabei ist Kunststoff nicht gleich Kunststoff. Warum sind Ihre Möbel trotzdem nachhaltig?

Ein Produkt von Kartell ist ein zeitloses Produkt, das mit größtem Respekt für die Umwelt hergestellt wird und nach Erfüllung ­seiner Funktion dazu bestimmt ist, in ­Museen und Sammlungen vertreten zu sein. Kartells Berufung ist es, Werte zu schaffen: nicht nur einfache Objekte herzustellen, sondern Stücke, die zum Aufbau eines kulturellen Projekts beitragen können. Keine Gegenstände, die bei Nichtgebrauch Gefahr laufen, weggeworfen zu werden, sondern Produkte, die zu wertvollen Erinnerungen werden.

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