Shop Design & Ladenbau

Interview mit Philipp Beck, Atelier 522

 „Es geht ums große Ganze“

Der stationäre Handel steht – nicht zuletzt auch durch die vergangenen beiden Jahre – vor enormen Herausforderungen. Wichtiger denn je sind Gestaltungskonzepte, die ganzheitliche, multisensuelle Markenerlebnisse schaffen, sagt Philipp Beck, Geschäftsführer von Atelier 522. Was darüber hinaus beim Design noch wesentlich ist, erläutert er im arcade-Interview.

Herr Beck, das Atelier 522 arbeitet diszi­plin­übergreifend vom Kommunikations- und Produktdesign über Fotografie und Marketing bis hin zu Interior- und Architektur-Projekten. Wie hat sich das entwickelt und was sind die Vorteile?
Das Atelier 522 war schon immer interdisziplinär aufgestellt. Hier treffen sich Individuen der unterschiedlichsten Disziplinen an einem runden Tisch, um analoge und digitale Bühnen zu bespielen, Fantasien zu wecken und Menschen zu berühren. 


Einer Ihrer Schwerpunkte liegt im Retail Design. In der Shopping-Welt finden –durch die Pandemie nochmals beschleunigt – aktuell enorme Verschiebungen statt. Wie verändert das die Rolle des stationären Handels?
Handel ist Wandel. Und nie war Wandelbarkeit auf der Fläche wohl mehr gefragt, als in dieser Zeit. Kontaktpunkte werden neu interpretiert, Orte der Begegnung in neue Dimensionen gehoben. Der Kunde kauft online, offline und between the line. Window Shopping findet online statt, gekauft wird auch weiterhin analog im Laden. Denn hier findet der Kunde das, was er online nicht findet: Customer Centricity – der Mensch im Mittelpunkt.


Und welche Auswirkungen hat das auf die Shop-Gestaltung?
Es geht darum auf die Summe der tausend Kleinigkeiten zu reagieren: Wie nimmt man den Laden von außen wahr? Wirkt er sakral, experimentell, sachlich oder funktional? Ist die Türe schwer? Quietscht sie? Wie ist der Türgriff geformt? Kommt man beim Eintreten aus einer Enge ins Weite? Ist der Boden in der Ebene weich oder hart? Gibt es entlang der Kundenreise Verknüpfungen zum Digitalen? Für ein besseres Einkaufserlebnis wird diese „Summe“ so zelebriert, dass eine in sich geschlossene Geschichte – das großes Ganze – entsteht.


Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Designer in diesem Zusammenhang?
Als Gestalter und Strategen reizen uns Transformationsprozesse besonders. Wir streben danach, analoge und digitale Kontaktpunkte noch stärker miteinander zu verknüpfen, um ganzheitliche, multisensuelle Markenerlebnisse zu schaffen. Lösungen, die Freude machen.


Fotos: Philipp Beck, Geschäftsführer Atelier 522, zu den Herausforderungen des Handels: „Als Gestalter und Strategen reizen uns Transformationsprozesse ganz besonders.“
Mit Haut und Haaren in die Welt – und Beauty-Produkte der Parfümerie Gradmann 1864 einzutauchen – dazu lädt das neue Design-Konzept der Filiale in Singen auf 400 qm Fläche ein.


Das komplette Interview lesen Sie in der neuen arcade, die in Kürze erscheint. Sie möchten arcade regelmäßig erhalten? Hier geht's zum Print- und Digital-Abo.






Weitere Top-Themen in dieser Ausgabe

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos