Imm cologne-Interview

„Wir denken nach vorne“

Endlich wieder jede Menge Inspiration, Networking und Business auf der imm cologne. Vom 17. bis 23. Januar 2022 feiert die internationale Einrichtungswelt den Restart in Köln. Wir sprachen mit imm cologne-Creative ­Director und Designer Dick Spierenburg und Markus Majerus, Kommunikationsmanager der Koeln­messe, was die Besucher und Aussteller auf der ersten Ausgabe nach der ­Pandemie erwartet. Und haben uns den neuen 365-Tage-Ansatz erläutern lassen, mit dem die Messe den Weg in die Zukunft gestalten will.

Unter dem Motto „Time for Exchange“ geht die imm cologne im Januar endlich wieder an den Start. Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie an diese erste Ausgabe nach der Pandemie?
Dick Spierenburg: Ich freue mich total darauf, endlich wieder ein großes, vielfältiges Publikum zu treffen – Interior Professionals wie Designer, Innenarchitekten, Händler – und mich mit ihnen auszutauschen. Das habe ich in den letzten Monaten wirklich sehr vermisst und es ist toll, dass es nun wieder losgeht. Dieser Austausch und das gegenseitige Inspirieren ist für alle unheimlich wichtig – auch wenn alles noch ein bisschen anders sein wird, wir sind wieder da!
Markus Majerus: Als echter ­Messemensch kann ich sagen: Es war wirklich nicht einfach für uns, so lange hier durch leere Hallen zu gehen. Nun hatten wir schon ein paar größere Veranstaltungen wie die Anuga und die Aquanale – da ging mir wirklich das Herz auf, wieder viele Menschen zu treffen und zu sehen, wie Business vor Ort gemacht wird. Dazu das direkte Sehen und Fühlen von Produkten – all das, was die digitale Welt einem nicht bieten kann. Und wir merken, dass es die Besucher genauso erfreut hat, wie uns.

Dennoch: Wir befinden uns noch im Restart und müssen bedenken, aus welcher Situation wir kommen. Umso toller, dass viele Aussteller wieder das sind! Auch wenn sie vielleicht mit kleineren Ständen teilnehmen, sie zeigen Präsenz und gehen wieder ins Matchmaking. Das ist doch das, was Messe ausmacht.


Ist das auch ein Appell? Lieber klein dabei sein als gar nicht?
Majerus: Ja, das ist ein ganz klarer Appell. Die imm findet in dem Land statt, in dem der wichtigste Möbelmarkt beheimatet ist. Da sollte vor allem die heimische Industrie diese Bühne nutzen.
Spierenburg: Wir brauchen heute eine flexiblere Denke, was einen Messeauftritt betrifft. Es muss nicht darum gehen, entweder einen möglichst großen Stand zu haben oder gar nicht zu kommen. Wir alle müssen uns anpassen. Auch wenn weniger Besucher auf eine Messe kommen, kann ein kleiner, kompakter Auftritt sehr gut sein. Messen sind immer noch ein echter Treffpunkt und eine effiziente und nachhaltige Möglichkeit, um viele Neuheiten zu sehen, in Austausch zu kommen und um Geschäfte zu machen.


Wie ist der aktuelle Anmeldestand – allgemein und speziell im Hochwert-Bereich „Pure“? Sind Sie zufrieden soweit? Und gibt es große Unterschiede bei nationalen und internationalen Ausstellern/Unternehmen?
Majerus: Unsere aktuelle Prognose ist, dass 600 Aussteller teilnehmen (von früher 1200). Das ist für diesen Restart eigentlich ein ganz guter Wert. Denn auch andere Messen, nicht nur am Standort Köln, sind meistens mit ca. 50?% oder sogar weniger als früher zurück an den Start gegangen.
Wir liegen da also durchaus im grünen Bereich dessen, was momentan möglich ist.
Vor allem haben wir aber schon jetzt eine hohe Internationalität – mit einer Quote von 74?% ausländischer Aussteller aus insgesamt 49 Ländern. Das ist ein starkes Signal der Branche, auf dem wir als Koelnmesse und als Messewirtschaft insgesamt aufbauen können. Damit setzen wir ein Zeichen für eine starke Einrichtungsplattform im lukrativsten Markt Europas. Insgesamt können wir sagen, dass wir viele tolle Aussteller dabei haben, die jetzt die Chance nutzen, ihre Neuheiten in Köln zu zeigen.
Spierenburg: Im „Pure“-Bereich sind natürlich auch nicht alle Unternehmen wie üblich dabei. Aber es gibt auch hier auf internationaler Ebene viele, die sehr motiviert sind. Und so werden wir ein sehr gutes Angebot zeigen können. Nur alles in allem etwas kleiner, feiner, fokussierter. Obendrein kann man sich auf unbekanntere Aussteller freuen, für die man jetzt vielleicht mehr Zeit hat, um sie besser kennenzulernen und die in dieser Situation etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen.


Werden alle Hallen wie üblich bespielt?
Insgesamt belegt die imm cologne 2022 neun Hallen. „Pure“ findet in den Hallen 11.1, 11.2, 2.2, 3.2. statt und wird ergänzt durch die Halle 4.2. Der Messeschwerpunkt Home, für Einrichtungslösungen mit Life­style-Charakter, belegt die Hallen 10.1, 10.2, 5.2, und die Halle 6, 7 sowie die Halle 9. Die Hallenaufplanung gewährleistet alle erforderlichen Maßnahmen und behördlichen Vorgaben zum Schutz von Ausstellern und Besuchern. So hat die Koelnmesse nach den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung und in enger Abstimmung mit den Behörden zahlreiche Maßnahmen entwickelt, mit denen die imm cologne professionelle Sicherheit auf höchstem Niveau gewährleistet. Für den Zutritt zum Messegelände gilt: CH3CK. Das bedeutet, dass Aussteller und Besucher drei Optionen für den Zutritt zum Messegelände haben: Sie sind entweder gegen Covid geimpft, genesen oder getestet.  Insgesamt entsteht so eine Umgebung, in der das Business wieder wachsen kann.

Bleibt das Präsentations-Konzept der unterschiedlichen Themenwelten wie „Pure Atmospheres“, „Pure Editions“ und „Pure Architects“ auch 2022 bestehen?
Spierenburg: Für 2023 bereiten wir größere Neuerungen im Hallenkonzept vor, das noch besser an die Besucherbedürfnisse angepasst werden soll. Aber 2022 bleibt es bei den bekannten Themenwelten: So gibt es weiterhin die zwei „Editions“-Hallen sowie die Halle 11 unter dem Motto „Atmospheres“. Auch „Pure Architects“ wird es wieder zusammen mit „Connect“ in Halle 4.2 geben.
Zusätzlich stellen wir uns jetzt noch breiter auf. Von einer klassischen Möbelmesse kommend, haben wir ja längst auch z.B. Textilien, Licht, Smart Home im Portfolio. Jetzt werden wir in den „Pure“-Hallen noch mehr Accessoires zeigen. Wir haben den „Pure Platforms“ wieder neues Leben eingehaucht – mit kompakteren Ständen für Anbieter, die kleinere Produkte fürs Wohnen im Sortiment haben. Da gibt es eine gute Nachfrage und das macht die imm noch vielseitiger.

Foto: Markus Majerus (l.) ist Kommunikations­manager der Koelnmesse und seit vielen Jahren u.a. für die imm cologne zuständig. Dick Spierenburg ­treibt als Designer und Creative Director der imm cologne u.a. die konzeptionelle Weiterentwicklung im Design-Segment der Messe voran.




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