Freitag, 12. Februar 2016, 10:35 Uhr
Prof. Christoph Langhof

Multifunktionale Konzepte für Hochhäuser gefordert

Sie prägen weltweite Megametropolen genauso wie große Städte in Deutschland: Hochhäuser sind Ausdruck von Urbanität und gehören zu einer modernen städtischen Gebäudetypologie dazu. Doch nach wie vor haftet ihnen hierzulande häufig ein negatives Image an. Zu oft werden sie mit sozialen Brennpunkten und Anonymität in Verbindung gebracht - zu Unrecht, findet der Berliner Architekt Professor Christoph Langhof. 'Hochhäuser sind in wohnbaulicher Hinsicht ebenso das Thema der Gegenwart wie der Zukunft. Die derzeitige teils sehr emotional geführte Debatte um Hochhäuser in Deutschland zeigt, dass innovative Konzepte gefragt sind, die den Wolkenkratzer der neuen Generation beschreiben.'
Multi- statt Monofunktionalität: Hybridnutzung macht Skyscraper lebens- und liebenswerter. Das perfekte Hochhaus vereint nach der Auffassung von Christoph Langhof Wohnen, Arbeiten und Lifestyle buchstäblich unter einem Dach. 'Der Wolkenkratzer der Gegenwart ist hybrid. Die monofunktionale Nutzung entspricht keinem zeitgemäßen Tenor. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob man in einem Hochhaus ausschließlich wohnen oder arbeiten kann, denn die heutigen sind multifunktional und ein Bautyp, der viele Aktivitäten und Dienstleistungen zusammenbringt', führt Langhof sein Hochhaus-Konzept weiter aus. Dazu gehören Wohnungen, Büroräume, aber auch Dienstleistungssektoren wie Hotellerie und Gastronomie sowie öffentliche Räume wie Bibliotheken oder Ausstellungen. Das i-Tüpfelchen ist eine Skybar mit Aussichtsplattform.
Eine monofunktionale Nutzung von Hochhäusern zieht darüber hinaus viele städtebauliche Probleme nach sich, die im Wesentlichen auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Berufspendler abzielen. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich hingegen in den Abendstunden, wenn die Stadtzentren veröden - alles Szenarien, die mit einer multifunktionalen Nutzung von Wolkenkratzern der Vergangenheit angehören würden. Hochhäuser mit Mischnutzung wären fortan Teil des öffentlichen Lebens und würden ihren Status als Fremdkörper verlieren.
Professor Christoph Langhof entwickelt und konzipiert für öffentliche als auch für private Auftraggeber zahlreiche Bauprojekte. Als Konzeptarchitekt liegt der Schwerpunkt seines gleichnamigen Architekturbüros Langhof® mit Sitz in Berlin in den Bereichen Vorentwurf, Entwurf und künstlerische Leitung. Für das Horst-Korber-Zentrum wurde er mit dem ersten Berliner Architekturpreis ausgezeichnet. Zu seinen wichtigsten Bauten gehören die Zentrale der Berliner Wasserbetriebe sowie das ‘Classicon’ am Leipziger Platz. Aktuell ist Langhof® für das Prestigeprojekt ‘Upper West’ am Westberliner Breitscheidplatz verantwortlich. Auch für den ‘Hardenberg’-Entwurf am Bahnhof Zoo erhielt er viel Beachtung. Am Mainzer Zollhafen wird eine Wohnimmobilie nach dem Siegerentwurf von Langhof® realisiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos