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Donnerstag, 22. September 2016, 13:03 Uhr
Fraunhofer Umsicht

Demenz-Projekt untersucht Einfluss von Licht

Der Faktor Licht spielt für das eigene Wohlbefinden eine große Rolle, unterbewusst werden wichtige Vorgänge im Körper beeinflusst. Mithilfe eines an die Tages- und Nachtzeit angepassten Lichtverlaufs (zirkadianes Licht) etwa soll die innere Unruhe von an Demenz erkrankten Menschen gedämpft werden. Sie sollen dadurch einen geregelteren Schlaf-Wach-Rhythmus finden. Fraunhofer Umsicht erforscht gemeinsam mit weiteren Partnern im Rahmen des Projekts 'SilverLighting' genau diese Eigenschaft von Licht in der Praxis.
Vor kurzem haben die Praxisstudien für ein biodynamisches Beleuchtungssystem in einer Wohngemeinschaft demenzerkrankter Menschen der Alpha gGmbH in Duisburg begonnen. 'Um die Lebensqualität unserer Bewohner bestmöglich zu gestalten, arbeiten wir bereits mit vielen technischen Assistenzsystemen. In einer Kleinstudie haben wir uns auch schon mit dem Einfluss von Licht auf die Bewohner beschäftigt – mit positivem Ergebnis«, erklärt Heike Perszewski, Geschäftsführung Alpha. Es war für Perszewski und ihr Team daher ein logischer Schritt, am Projekt 'SilverLighting' teilzunehmen. Auch die Angehörigen der Bewohner waren von Beginn an begeistert von der Thematik.

Zunächst haben die Forschenden die Infrastruktur vorbereitet. Fast 300 m Kabel mussten neu verlegt, vorhandene Bewegungsmelder und Taster integriert und die Decke gestrichen werden, bevor die insgesamt 66 Deckenleuchten mit 400 bzw. 600 mm Durchmesser installiert werden konnten. Jede Leuchte verfügt über zwei verschiedene Arten von LEDs mit Farbtemperaturen von 3000 und 6500 Kelvin. 'Letztere strahlen bläulicher und deutlich heller, man spricht daher von Kaltweiß. Im Gegensatz dazu liefern die Leuchten mit 3000 Kelvin ein wärmeres Licht, sogenanntes Warmweiß', so André Reinecke, Abteilung Informationstechnik bei Fraunhofer Umsicht und u. a. für die Entwicklung und Konfiguration der Steuerungs- und Regelungskomponenten verantwortlich. Dadurch kann das zur jeweiligen Tages- und Nachtzeit gehörige Farbspektrum optimal abgebildet werden. Ein Digital Addressable Lighting Interface (DALI)-Bus übernimmt die Ansteuerung der Leuchten.

Die Anzahl an Leuchten und deren Position wurden im Vorfeld durch den Lichtplaner des Projekts ermittelt. Das Ergebnis liefert zum einen die geforderte Helligkeit, zum anderen werden Schattenbildung und Spiegelungen vermieden. Denn viele ältere und an Demenz erkrankte Menschen können Spiegelungen am Boden, wie sie etwa durch den Lichteinfall eines Fensters verursacht werden, nicht richtig deuten. Sie erwarten einen glatten Boden und laufen daher am Rand eines Zimmers entlang. Erfahrungswerte zeigen, dass ein nahezu schattenloses Beleuchtungskonzept wie das von 'SilverLighting' helfen kann, die gewohnten Wege zu gehen. Zudem spielt es bei der Sturzprävention eine wichtige Rolle.

Über eine von Fraunhofer Umsicht in Zusammenarbeit mit Alpha entwickelte App wird u. a. der Erfolg des Projekts gemessen. Reinecke: 'Es ist wichtig, dass die Bewohner ihren Alltag wie gehabt leben können. Die Mitarbeitenden von Alpha unterstützen das Projekt sehr, indem sie täglich die App für jeden der insgesamt 14 Bewohner ausfüllen.' So erhalten die Forschenden z. B. Daten zu Aktivitätsgrad, Bewegung und Schlafwachverhalten. Die Namen der Bewohner und Mitarbeitenden sind pseudonymisiert.

Das Projekt 'SilverLighting' wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF im Programm »KMU-innovativ« gefördert. Beteiligt sind neben Fraunhofer Umsicht die Hochschule Ruhr West, Mülheim a. d. R., die Licht|Raum|Stadt|Planung GmbH, Wuppertal, sowie die Alpha gGmbH, Duisburg.

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