Freitag, 21. Oktober 2016, 10:10 Uhr
Dominique Perrault ist Mitglied der Académie des Beaux-Arts

Vom Metallgewebe zum Schwert

Dominique Perrault gewann mit 36 Jahren den internationalen Architektenwettbewerb zur Gestaltung der Bibliothèque Nationale de France (BnF), mit 63 gehört er zu den Unsterblichen. Denn der französische Stararchitekt und Stadtplaner wurde jetzt in Paris in den Kreis der acht auf Lebenszeit gewählten Mitglieder in die Académie des Beaux-Arts im Bereich Architektur aufgenommen. Prinz Karim Aga Khan IV. hielt die Laudatio auf den Entdecker von Metallgewebe für die Architektur - seit über 20 Jahren prägendes Stilelement von Perraults Bauten. Ein wertvolles Schwert, das zu den Insignien seines neuen ehrenvollen Amtes zählt, wurde nicht kunstvoll vom Goldschmied, sondern auf Perraults Wunsch aus Edelstahl in der Anmutung eines Betonstahls gefertigt. Als kongenialer Partner für die Umsetzung erwies sich auch hier die Gebr. Kufferath AG (GKD), die seit der BnF seine architektonischen Visionen in Metallgewebe realisiert. Zusammen mit der Fachhochschule Aachen entwickelte sie die Lösung zur Hightech-Fertigung des puristischen Schwerts mittels selektiven Laserschmelzens.

Das Institut de France ist die Dachorganisation der fünf staatlichen Akademien, darunter die Académie Française und die Académie des Beaux-Arts. Die Mitglieder werden für ihre Verdienste als Hüter der Künste, Geistes- oder Naturwissenschaften auf Lebenszeit gewählt und genießen in Frankreich höchste Anerkennung. Die Zahl der Sitze ist streng limitiert, sodass ein neues Mitglied nur nach dem Tod eines Sitzinhabers aufgenommen werden kann. Mit Dominique Perrault wurde nun ein neues Mitglied in den Kreis der acht Unsterblichen im Bereich Architektur aufgenommen, zu denen unter anderen auch Sir Norman Foster, Aymeric Zublena oder Jean-Michel Wilmotte zählen. Sie alle inspirierte Perraults Entdeckung von GKD-Metallgewebe für die Architektur auch zu eigenen Projekten mit diesem Baustoff

Mit dem Festakt würdigte die Académie des Beaux-Arts Perraults herausragende Architektur für Frankreich. Er schuf mit der Bibliothèque Nationale de France, dem Grand Théâtre d'Albi, den City Lights genannten Türmen in Pont de Sèvres sowie dem Pavillon Dufour in Versailles einige der emblematischsten Gebäude Frankreichs. Seine seit der BnF immer weiter verfeinerte Vision von der Architektur des Verschwindens inszeniert er weltweit durch permanent neue Interpretationen metallischer Hüllen aus GKD-Metallgewebe. Neben dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg oder dem Velodrom in Berlin stehen dafür exemplarisch das Olympische Tenniszentrum mit der Pasarela del Arganzuela in Madrid oder die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

Ihre spezifische Identität erhalten Perraults Gebäude durch Eleganz und Einfachheit. Stets geleitet von der Fragestellung, was die Architektur dem Umfeld geben kann, überschreiten seine Projekte Grenzen herkömmlicher Bauten zugunsten ihrer Umgebung. Ob als himmelstürmende Türme oder in der Erde versenkte Großbauten: Treiber von Perraults Entwürfen sind Strategien zur Transformation des öffentlichen Raums. Puristisch, mystisch oder spielerisch gestaltet er mit Metallgewebe Bauwerke ohne sichtbare Mauern und schafft dadurch fließende Übergänge von innen und außen, Architektur und umgebender Landschaft, Funktion und Emotion. So organisiert die von ihm gebaute Form ihren Kontext neu, ohne ihn zu dominieren. In GKD fand Perrault vor über 20 Jahren den mutigen Industriepartner, der mit führender Technologie die virtuose Verwandlung eines Ortes in unterschiedlichsten Metallgewebekonstruktionen umzusetzen versteht.


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