Donnerstag, 15. Juni 2017, 15:00 Uhr
Hi-Macs

Prager Fassade poetisch inszeniert

Das ‚Bieblova’-Wohnhaus in Prag ist eine Hommage an Konstantin Biebl, einen prominenten tschechischen Dichter aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Es steht in der ebenfalls nach ihm benannten Straße. Für die Fassade dieses besonderen Projekts, entworfen von P6PA+Architects, wurde die nächste Acrylstein-Generation des Werkstoffs Hi-Macs auf außergewöhnliche Weise eingesetzt. Der Aufbau dieser poetischen Fassade entstand durch die Aufgabe, eine Häuserfront mit zeitgenössischer Ästhetik zu entwerfen, die in den gestalterischen Kontext der umgebenden Gebäude aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts passt. Nach reiflicher Überlegung entschied man sich aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften für Hi-Macs als bestes Material für das Projekt.

Die imposante Fassade ist das ausdrucksstärkste Element des Gebäudes. Sie entstand aus Hi-Macs-Platten in der Farbe Alpine White, die sich besonders gut für die Verkleidung großer Flächen eignen. Das Gebäude besteht aus zwei Untergeschossen und sieben Obergeschossen, sodass die schiere Größe der Fassadenplatten (2,6 x 1,1 m) in Verbindung mit der grafischen Arbeit auf der Oberfläche (perforierte Buchstaben) beeindruckt. Durch Hinterleuchtungseffekte erhält das Gebäude in der Nacht ein völlig anderes Erscheinungsbild. Liest man die Buchstaben diagonal von der oberen linken Ecke bis zur unteren rechten Ecke, erkennt man verschiedene Titel von Konstantin Biebls Gedichten: Zlom (Wendepunkt); Ikaros (Neuer Ikaros), K Lesu (Der Weg zum Wald), Harvan (Der Turm), Akord (Der Akkord) und andere. So entstand ein kontrast- und inhaltsreiches Bild, das nachts noch lebhafter wirkt und das Gebäude von den Nachbarbauten auf eine elegante und subtile Weise abhebt.

Für die architektonische Gestaltung des Gebäudes wurden die Buchstaben mit CNC-Technologie in die Oberfläche gefräst. Jede Platte ist ein Unikat. Um einen dramatischeren Effekt zu erzielen, wird die Fassade hinterleuchtet. Darüber hinaus wurden die Seiten der einzelnen Elemente mit LED-Licht konturiert, um den Buchstaben, die die Gedichttitel zusammensetzen, eine weichere Ausstrahlung zu geben.

Die Fassadenstruktur wurde aus verschiedenen Schichten aufgebaut, die eine extrem funktionelle und sehr ästhetische Verkleidung ergeben. Die Außenhülle besteht aus 12 mm Hi-Macs, 8 mm dickem transparentem Acrylglas und einer dritten Schicht schwarzem Acrylglas darunter. Das verborgene tragende Element der Fassade ist eine Stahlkonstruktion. Als Befestigungselemente für das Anbringen der Platten am Gebäude wurden Stahlprofile und Kunststoffstifte verwendet. Jede Platte ist als separate Einheit aufgehängt, sodass horizontale oder vertikale Justierungen unabhängig von den anderen Platten vorgenommen werden können.


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