Dienstag, 04. Juli 2017, 11:45 Uhr
Tecta

Kragstuhlmuseum neugestaltet

Es liegt an den geschwungenen Ufern der Weser und ist für Designliebhaber ein echter Geheimtipp: das neugestaltete Kragstuhlmuseum in Lauenförde. Ein Gesamtkunstwerk, in dem Exponate stehen, die sich vor den großen Designsammlungen der Welt nicht zu verstecken brauchen. Hier wird nicht nur die Entwicklungsgeschichte des hinterbeinlosen Stuhles zum federnden Freischwinger erzählt. Spannend sind auch die Einblicke in das Schaffen der großen Gestalter des letzten Jahrhunderts, die mit Tecta eng zusammengearbeitet haben - von Walter Gropius bis zu Jean Prouvé oder Marcel Breuer. Mit ihren Nachfahren verbindet das Unternehmen Tecta bis heute ein kreativer Austausch.

Entsprechend zeigt die Sammlung Ergebnisse der Zusammenarbeit -  zum Beispiel Wewerkas Entwürfe aus den 1980er Jahren. Oder Raritäten wie die über 100 Originale des legendären, französischen Architekten Jean Prouvé, die seine Konstruktions-Prinzipien veranschaulichen. 

Das Kragstuhlmuseum, initiiert von Tecta-Geschäftsführer Christian Drescher und seiner Frau Daniela Drescher (die die Leitung des Museums übernommen hat), ist das letzte Werk des britischen Architektenpaares Peter und Alison Smithson. Sie entwarfen den Landschaftspark, der das Ensemble umgibt. Ebenso die Tecta-Manufaktur und die von Glas und Stahl dominierten Museums-Hallen, die mit dem Gedanken der Verräumlichung von Architektur spielen. Die Gebäude wurden nicht als starre Objekte verstanden, sondern als lichte Glaskörper, die sich mit ihren roten Stahlträgern von der Landschaft absetzen. Ein Gesamtkunstwerk, in dem der Geist des Bauhaus greif- und sichtbar wird.

Nun wurden die Produkte und ihre Protagonisten neu in Szene gesetzt. "Wir folgten Peter Smithsons Vorstellung einer 'Art Barn', einer Kunstscheune, die einen lockeren Zugang zu der Sammlung ermöglicht", erklärt  Tecta-Geschäftsführer Christian Drescher. "Natürlich kann man auf den Exponaten nicht sitzen, doch sie sind für den Besucher außergewöhnlich nahbar, sie stehen weder auf Sockeln noch Vitrinen. 
Wir wollten aber auch Smithsons Gedanken der Stuhlfamilien und Verwandtschaften aufgreifen. Daher haben wir die bisher an den Außenwänden aufgereihten Exponate in den Raum gezogen, neu gruppiert und zueinander in Beziehung gesetzt. Zusätzlich wurde eine typographisch gestaltete Textebene hinzugefügt. Die Kunstscheune wird so um einiges komplexer." Und seine Frau Daniela Drescher ergänzt: "Die auf Transparenz angelegten Museumshallen waren außerdem schlicht zu voll. Wir haben sortiert, einen Teil der Exponate eingelagert, den ursprünglichen Sisalteppich entfernt und durch einen gewachsten Fließestrich ersetzt. Der neue, matt glänzende Boden unterstreicht die Leichtigkeit und Transparenz der Architektur. Der Blick kann schweifen und bleibt wie von selbst an den Details hängen."

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