Donnerstag, 11. Januar 2018, 10:30 Uhr
Prognosen 2018

Die Fachverbände der Möbelindustrie bleiben optimistisch

Der Ferdinand Holzmann Verlag hat Experten und Interessenvertreter nach ihren persönlichen Prognosen für das Jahr 2018 gefragt. Dazu äußert sicht Dr. Lucas Heumann, VHK-Geschäftsführer, wie folgt:

"Im vergangenen Jahr hatten wir für 2017 eine deutliche Abschwächung der Konjunktur prognostiziert. Leider haben wir mit dieser Einschätzung Recht behalten. Die bislang vorliegenden Daten zeigen, dass insbesondere der Inlandsmarkt sich in diesem Jahr deutlich abgeschwächt hat. Das gilt sogar für die erfolgsgewöhnte Küchenmöbelindustrie, die nach der amtlichen Statistik bis September 2017 im Inland einen Umsatzrückgang um etwa fünf Prozent aufzuweisen hat.
Leider steht auch zu befürchten, dass diese Entwicklung vorläufig andauern wird. Etwa drei Viertel der Küchenmöbel werden regelmäßig im Zusammenhang mit Neubauten, Umzügen oder Renovierungen angeschafft. 2017 hat sich jedoch die Zahl der Baugenehmigungen für Wohngebäude bis September um sieben Prozent reduziert. Bei den Investitionen für Renovierungen beträgt der Rückgang sogar 20,8 %. Die Zeiten, in denen das Inlandsgeschäft der Wachstumsmotor der ­Möbelindustrie sein würde, scheinen vorüber zu sein. Das Auslandsgeschäft wiederum hat sich 2017 weiterhin positiv entwickelt, allerdings mit geringeren Zuwachsraten als in den Jahren zuvor. Dennoch bleiben die Fachverbände der Möbelindustrie für 2018 vorsichtig optimistisch. Dafür sprechen drei Überlegungen:
Zum einen dürfte die Strukturschwäche des Inlandsmarktes durch den Rückgang an Baugenehmigungen und an Investitionen für Renovierungen teilweise kompensiert werden durch ein historisch hohes Konsumklima in Deutschland. Dieses wirkt sich ­bekanntlich unterschiedlich aus auf einzelne Teilsparten der Konsumwirtschaft. Einzelne Produkte etwa im Elektronikbereich sind im Trend, andere profitieren weniger hiervon. Dennoch erwarten wir aufgrund des hohen Konsumklimas auch im Inland einen Zuwachs, wenn auch in geringer Höhe. Weiterhin schätzen wir den Export an Küchenmöbeln innerhalb der Euro-Zone positiv ein. Wir dürften davon profitieren, dass die Euro-Zone sich deutlich wirtschaftlich erholt. Viele Regionen, die unter einer Immobilienblase gelitten hatten, steigern ihren Umsatz auch und gerade in Einrichtungsgütern wie Möbel. Etwas schwächer als in den letzten Jahren, aber immer noch signifikant ist nach unserer Einschätzung der Zuwachs im Auslandsgeschäft außerhalb der Euro-Zone. Hier gibt es einige strukturelle Probleme in wichtigen und zentralen Exportmärkten wie China (geringeres Wirtschaftswachstum), Russland (Rezession und Sanktionen) und den USA (neue Standards für Spanplatten und protektionistische Aktionen durch die Trump-Regierung). ­Außerdem dürfte die Stärke des Euro hier eher exporthemmend als exportfördernd wirken."


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