Dienstag, 13. März 2018, 11:30 Uhr
Dedon-Interview

„Der Hotel-Bereich wächst am stärksten”

Seit gut einem Jahr gehört Dedon nun komplett zur Schweizer Diethelm-Keller-­Gruppe – nachdem sich Gründer Bobby Dekeyser vollständig aus dem Unternehmen verabschiedet hat. Dennoch bleibt die Verantwortung für den wirtschaftlichen und ­kreativen Erfolg der Marke in Familienhand: Als Bobby Dekeysers Schwester ist Sonja van der Hagen von Beginn an im Unternehmen tätig, inzwischen als Brand-Managerin. Ihr Mann Jan van der Hagen kehrte 2017 als CEO zurück zu Dedon. Wir haben das Power-Couple gefragt, was sich durch den Verkauf geändert hat, welche Pläne sie für die Marke haben und welche Wachstums-Chancen der Outdoor-Markt noch bietet.

Frau van der Hagen, 2013 hat Ihr Bruder, Dedon-Gründer Bobby Dekeyser, den Großteil seiner Anteile an die Diethelm-Keller-Gruppe verkauft, der Rest der Anteile folgte 2017. Was waren die Beweggründe und was hat sich durch den Verkauf verändert?

Sonja van der Hagen: Das Unternehmen hat für die Weiterentwicklung einen starken Partner gesucht, den Bobby mit der Schweizer Diethelm Keller Gruppe und deren CEO, Angelo van Tol, gefunden hat. Nachdem dies erreicht war, war es Bobbys persönliche Entscheidung, einen neuen Abschnitt in seinem Leben zu starten und neue Ziele zu verfolgen. Der
Erfolg der letzten Jahre zeigt, dass er mit dieser Gruppe eine weise Entscheidung getroffen hat. 

Gemeinsam mit Ihrem Mann verantworten Sie heute den wirtschaftlichen und kreativen Erfolg von Dedon. Was ist Ihre aktuelle Aufgabe? 

Sonja van der Hagen: Dedon war zu Beginn ein Familienunternehmen – und auch heute, mehr als 25 Jahre später, ist der freundschaftliche Spirit immer noch ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Mein Mann und ich arbeiten hier seit 2003 zusammen und sind sehr komplementär. Jeder hat seinen Bereich, gleichzeitig haben wir viele Gelegenheiten, uns auszutauschen und abzustimmen. 

Ich konzentriere mich seit jeher auf das Marketing und die Produktentwicklung, plane die Fotoshootings und bin in engem Austausch mit unseren Designern. Für die neuen Modelle arbeite ich intensiv mit unserer Entwicklungsabteilung in Lüneburg und auf den Philippinen sowie mit unseren italienischen Fertigungen zusammen. In den USA bin ich vor allem in den Ausbau unserer Showrooms involviert.  

Herr van der Hagen, Sie sind ebenfalls seit vielen Jahren Teil von Dedon. 2013 haben Sie das Familienunternehmen verlassen. Vor etwa einem Jahr sind Sie als Geschäftsführer zurückgekehrt. Welche Pläne haben Sie für die Marke?

Jan van der Hagen: Das Unternehmen hat vor vielen Jahren den Outdoor-Markt revolutioniert und damit der Gestaltung der Außenflächen eine völlig neue Bedeutung gegeben. Auch in der Zukunft wollen wir außergewöhnliche Kollektionen entwickeln, die mit ihrer Design- und Materialsprache unsere Kunden begeistern. Wir stehen dafür ein, dass Menschen sich entspannen und begegnen können. Insgesamt bin ich mit großer Leidenschaft in das Unternehmen zurückgekehrt, da Dedon eine tolle Marke ist und ich sehr gerne mit dem Team arbeite. Ich fühle mich in unserem internationalen Setup sehr wohl, das selbst in der Möbelbranche
besonders ist.

Mit der Erfindung der Kunststofffaser hat Dedon vor vielen Jahren den Outdoor-Markt grundlegend verändert. Welche Veränderungen gab es bei den Produkten und Materialien? 

Jan van der Hagen: Wir haben in den letzten Jahren unsere Vielfalt deutlich vergrößert. Abgesehen davon, dass wir mit unserer eigenen Faser in Bezug auf Qualität für Outdoor weltweit ungeschlagen sind, produzieren wir heute wesentlich komplexere Möbel und kombinieren unterschiedlichste Materialien miteinander – innerhalb einer Kollektion und auch innerhalb eines Produktes. Dedon-Möbel bestehen nicht mehr nur aus der von uns erfundenen Kunststofffaser, wir verwenden mittlerweile zum Beispiel auch Teak. 

Unsere Kollektion ‘Mbrace’ von Sebastian Herkner verbindet beides auf sehr interessante Weise miteinander. Ebenso die Tischkollektion ‘Porcini’ von Lorenza Bozzoli, eine Kombination aus Seilen, unserer Faser und Keramik. Der Materialmix bringt noch viele außergewöhnliche Möglichkeiten für unsere zukünftige Produktentwicklung. Dabei legen wir großen Wert auf einen fortlaufenden Austausch mit unserem Design-Team und experimentieren sehr viel. Auch unsere Faser entwickeln wir kontinuierlich weiter und produzieren diese weiterhin bei uns in Lüneburg mit unseren Spezialisten sowie eigenem Prüflabor.


Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen arcade. Darüber hinaus in der März/April-Ausgabe: alle Highlights der Januar-Messen, das Hotel-Special mit großem Outdoor-Teil, vor Ort bei Gudewer in Hamburg, der Trend zum Tiny House und viele Branchen-News mehr. Ab sofort keine Ausgabe mehr verpassen – das arcade-Abo (oder Einzelhefte) schnell und einfach per e-mail an vertrieb@holzmann.de bestellen.


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