Donnerstag, 05. April 2018, 15:40 Uhr
arcade-Event "Faszination Hotel"

Corinna Kretschmar-Joehnk: "Wir brennen für unsere Projekte"

Corinna Kretschmar-Joehnk von Joi-Design ist eine Koryphäe im Hospitality Design und sie sagt, dass dieser Bereich gerade jetzt so spannend ist, wie nie zuvor. Warum, das wird sie am 17. Mai in Hamburg en Detail erläutern. Und zwar im Rahmen des arcade-Events "Faszination Hotel". Denn an diesem Tag dreht sich alles um die faszinierende Welt der Premium-Hotels. Vom Architektur-Entwurf bis zum Interior-Konzept. Wir wollten von Corinna Kretschmar-Joehnk schon im Vorfeld der arcade-Veranstaltung wissen, was sie an der Gestaltung von Hotels so begeistert.

Frau Kretschmar-Joehnk, was ist für Sie das Spannende an der Hospitality-Branche?

Ich mache seit 25 Jahren mittlerweile (fast) nichts anderes. Und ich kann das wirklich heute ganz gut auch zurückblickend vergleichen: Es ist einfach eine sehr lebendige Branche – ich finde die Beste. Da wird es nie langweilig. Ich weiß noch, als Hotels so langsam anfingen, wieder wohnlicher zu werden. Das Wort "Gemütlichkeit" war lange Zeit ein Schimpfwort (zumindest unter Architekten!). Man hat dann damals ganz zaghaft begonnen, sich am privaten Wohnen zu orientieren. Heute sind die Hotels längst Trendsetter geworden und ein guter Spiegel für das, was unsere Gesellschaft so umtreibt. Sie müssen auf immer wieder neue Bedürfnisse eingehen. Die digitale Welt hat unser Leben voll im Griff und sehr stark verändert – und Innenräume antworten auf ganz unterschiedliche Weise. Ein Hotel, das auf neue Anforderungen reagiert, hat die Gäste auf seiner Seite. Und die globalen Großstadtnomaden sind wählerisch und können entscheiden, ob sie wiederkommen oder nicht. Wir müssen also am Puls der Zeit planen. Und auf diese Weise sind Hotels heute wieder Inspirationsquellen für die privaten vier Wände. Verschiedene Welten beeinflussen sich gegenseitig, und das finde ich wahnsinnig spannend und wichtig!

Welche Hotelplanung war für Sie bisher die größte Herausforderung?

Wir brennen natürlich immer wieder für die laufenden Projekte, die wir gerade auf dem Tisch haben. Da steigen wir mit dem Team jedes Mal von neuem mit vollem Einsatz ein und stürzen uns in ein weiteres Abenteuer. Jedes Konzept bringt neue Herausforderungen. Und es gibt irgendwo im Projekt auch immer ein Thema, wo wir versuchen, das Rad neu zu erfinden. Ein ständiges Hinterfragen erfordert auch der Markt, und es ist unser Anspruch, für jedes Projekt das Beste herauszuarbeiten.

Es gab aber natürlich im Rückblick sicherlich eher größere oder kleinere Herausforderungen. Eine mutige Entscheidung war auf jeden Fall, gänzlich gegen das Briefing zu agieren beim damaligen Wettbewerb um das heutige Doppel-Hilton am Frankfurter Flughafen. Die Vorgaben lenkten uns in eine andere Richtung, aber wir entschieden uns im Team für einen eigenen Weg und kreierten eine für damalige Verhältnisse eher futuristische Antwort. Dies war zu der Zeit sehr neu und mutig für Hilton, aber es passte einfach besser zu dem Standort und zu dem Gebäude, und so waren wir uns auch sicher, das Beste für die Marke zu präsentieren. Es hätte aber auch schief gehen können…. Ich weiß noch, wie glücklich wir damals waren, als dann doch abends der Anruf nach der Wettbewerbspräsentation kam und wir den Zuschlag erhielten.

Was ist bei einem Hotel am Wichtigsten, wenn Sie selbst Gast sind?

Wenn ich selbst als Gast in ein Hotel komme, dann versuche ich – zuerst einmal möglichst unvoreingenommen – einfach alles auf mich wirken zu lassen. Dann entscheidet sich schon ganz schnell: Was spricht mich an, und was gefällt mir gar nicht? Da reagiert das reine Bauchgefühl zuerst. Später achte ich dann auf die Details. Es ist tatsächlich so, dass ich in fremden Städten am liebsten Hotels anschaue. Das ist bei mir so, wie für andere wahrscheinlich ein Museumsbesuch. Mittlerweile sind zwar all meine Festplatten zum Bersten voll vor lauter Fotos – aber ich schöpfe auch wirklich sehr viel daraus für unsere Projekte, denn wir müssen uns ja laufend auf dem aktuellen Stand halten, was in der Welt um uns herum so passiert. Mir ist es wichtig, dass Räume nicht der Masse folgen, sondern Charakter zeigen und ihre Nutzer emotional berühren. Dann komme ich als Gast auch gerne wieder. Ich nehme sogar Unzulänglichkeiten eher mal in Kauf, wenn der Rest ehrlich und authentisch ist. Und zu guter Letzt geht es natürlich auch nicht nur um die Innenarchitektur: Die Standardfrage "Hatten Sie eine angenehme Anreise?", obwohl man doch schon angerufen und gesagt hatte, dass man wegen der Totalsperrung auf der Autobahn erst später anreist, die kann das anfangs noch so gute Bauchgefühl dann auch ganz schnell wieder kippen lassen.

Hier gehts zur Anmeldung zum arcade-Event "Faszination Hotel":

https://www.holzmann-events.de/faszination-hotel/

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