Donnerstag, 27. Dezember 2018, 13:30 Uhr
Maison & Objet Paris

"Excuse my French!"

Was haben First Lady Brigitte Macron, Choreograf Benjamin Millepied und Singer-Songwriterin Christine and the Queens gemeinsam? Außer natürlich, dass sie alle drei aus Frankreich stammen? Vincent Grégoire von der renommierten Pariser Trendagentur Nelly-Rodi spricht ihnen das berühmte „Je ne sais quoi“ zu, jenes 'gewisse Etwas', das sich in einer unbestimmten Nonchalance, lässigem Chic und einem ausgeprägten Stilbewusstsein zeigt. Für jede Maison & Objet analysiert NellyRodi die neuesten Verbrauchertrends und gesellschaftlichen Phänomene, die sich zu einem Thema verdichten lassen. Der für Januar 2019 gewählte Titel scheint auf den ersten Blick witzig gemeint zu sein: „Excuse My French!” heißt wörtlich übersetzt „Verzeihen Sie mein Französisch", wird aber im Englischen benutzt, um sich für eine vorhergegangene oder noch folgende „unverblümte" Ausdrucksweise zu entschuldigen. Doch der Schein trügt, denn unter diesem Motto wird das Comeback der Heimat von Molière und Louis XIV in der internationalen Szene sehr ernsthaft unter die Lupe genommen. „Im Ausland lässt sich eine wiedererweckte Neugier auf Frankreich feststellen, eine wirkliche Faszination“, erklärt Grégoire. Seiner Meinung nach ist das eine Folge der Globalisierung: „In einer Welt, in der alles mehr und mehr standardisiert wird, suchen die Menschen nach etwas Anderem, etwas Besonderem, etwas Ausgefallenem.“ Und das findet sich auf der Maison & Objet. Hier gehen ausländische Besucher mit neuen französischen Marken und Designern auf Tuchfühlung, während Fachbesucher aus Frankreich ihr Know-how darüber auffrischen, wie sich das Label „Made in France“ weltweit profitabel vermarkten lässt.

Grégoire rückt einige Fakten ins Rampenlicht, die er für das neu entfachte Interesse an Frankreich verantwortlich macht. An vorderster Front sieht er dabei eine ganze Schar kleinerer Unternehmen, die traditionelles Savoir-faire mit Innovation, Originalität und Exklusivität kombinieren. Parallel dazu entstand in der Kreativ-Szene eine „Nouvelle Vague“, die offen ist für multikulturelle Einflüsse jeder Art. Diese Designer erfinden den französischen Chic ganz neu, mischen ihn auf mit Inspiration aus aller Welt und entwickeln einen neuen „Fusion-Style“.
Aber auch die französische High-Tech-Industrie darf nicht unterschätzt werden. Mit Station F beheimatet Paris den weltgrößten Start-up-Campus, und französische Firmen gehören zu den führenden Protagonisten auf dem Gebiet neuer Technologien, die für revolutionäre Veränderungen im Wohnbereich sorgen. In der Designwelt tummeln sich unterdessen jede Menge Figuren, deren Stil sich am besten als „klassisch mit Pfiff“ bezeichnen lässt. Sie überzeugen durch einen typisch französischen Hauch von Respektlosigkeit gepaart mit Originalität und Extravaganz: Faktoren, die ihre Arbeiten apart und unverwechselbar machen.

Alle diese Ansätze fließen im Januar im Trendforum der Maison & Objet zusammen, das in Halle 7 auf 250 qm eine Auswahl von Produkten präsentiert, die die Quintessenz der neuen französischen Szene ausdrucksvoll illustrieren. Das klassische Dekor im Stil des Versailler Spiegelsaals erhält freche Akzente à la française wie zum Beispiel einen kleinen Laster, der mitten drin parkt, und andere zeitgenössische Elemente, die im gewollten Kontrast zum klassischen Rahmen stehen. „Es werden dissonante Elemente eingebracht, es wird ein Geist von Widerspruch und Gegensätzen herrschen“, verspricht Grégoire. „Das gehört zum ‚Je ne sais quoi‘ einfach dazu!“


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