Freitag, 28. Dezember 2018, 13:10 Uhr
Stora Enso

Holz statt Plastik

Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Fossile Rohstoffe werden nicht günstiger und Endkunden legen immer mehr Wert auf „grüne“ Produkte. Das schwedisch-­finnische Unternehmen Stora Enso hat mit „Durasense“ eine holzbasierende Alternative zu Kunststoff zur Marktreife gebracht und in die Produktion 12 Mio. Euro investiert. Patricia Oddshammar, die Leiterin der Abteilung Bio­composites, erklärt, wie das Produkt funktioniert.

Frau Oddshammar, was führte zur Entwicklung von „Durasense“?
Patricia Oddshammar: Unser Anliegen ist es, fossile Rohstoffe durch den nachwachsenden Rohstoff Holz zu ersetzen. Plastik zu ersetzen ist ein langwieriger Prozess, den wir schrittweise angehen. Jeder dieser Schritte – davon sind wir überzeugt – ist ein Schritt in die richtige Richtung. Abgesehen davon, dass „Durasense“ die Umwelt schont, glauben wir aber auch, dass der Markt vermehrt Plastikalternativen nachfragt.

Wann hat die Entwicklung begonnen und wie lange hat sie gedauert?
Patricia Oddshammar: Im Jahr 2012 beschloss Stora Enso, zwei seiner vier Papiermühlen zu schließen und gründete ein Team, das neue Wachstumsmärkte erschließen sollte. Dabei sollte natürlich das große bestehende Know-how in Sachen  Fasern sowie die bestehende Infrastruktur und exzellente Holzversorgung berücksichtigt werden.
Die Idee für ein Biokomposit kam dann sehr früh auf, und das Team begann den Entwicklungsprozess gemeinsam mit potenziellen Kunden und Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette. Auch intern wurde viel gesprochen sowie Universitäten und Forschungsinstitute eingebunden. Jetzt sind wir auf einem sehr guten Stand und arbeiten mit unseren Kunden – zum Beispiel aus der Möbelindustrie – an konkreten Umsetzungen.

Welche Anwendungen sind denn denkbar?
Patricia Oddshammar: „Durasense“ kann für viele Arten von Spritzgusstechniken verwendet werden. Darunter Möbel und Innenausbauteile, Transportbehälter, Innenraumteile für Autos oder auch Teile, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Die Design-Möglichkeiten sind dabei ­nahezu unerschöpflich. Von Stühlen und
Tischen über Lampen bis zu Griffen ist ­alles machbar, was man auch aus Plastik machen könnte.

Welche Art von Holz kommt bei der Produktion von „Durasense“ zum Einsatz?
Patricia Oddshammar: Hauptsächlich Fichte und Kiefer aus schwedischen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Dazu kommen Teile aus der restlichen Produktion von Stora Enso, die genauso nachhaltig sind.

Können Sie ein Beispiel für eine Anwendung geben, die bereits im Einsatz ist?
Patricia Oddshammar: Wir arbeiten mit einer ganzen Reihe an Kunden. Ein Beispiel wäre die Orthex Group, die eine Serie von Küchenutensilien – wie etwa Schneidbretter – aus „Durasense“ zur Marktreife gebracht hat.
Natürlich sollte jedes Unternehmen an Nachhaltigkeit interessiert sein. Dennoch muss wirtschaftlich gearbeitet werden.

Wie positioniert sich das Produkt preislich?
Patricia Oddshammar: „Durasense“ ist die günstigste grüne ­Alternative zu Plastik. Im Vergleich zu fossilen Polymeren ist der Preis von Holz sehr attraktiv. Zudem müssen Verarbeiter absolut nichts an ihren Prozessen ändern, um „Dura­sense“ zu benutzen. Alle Spritzgusswerkzeuge können weiter genutzt werden.

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