Montag, 04. März 2019, 13:20 Uhr
Nya

"Wir bekennen uns klar zu den Kernwerten"

Vor rund einem Jahr schreckte die Nachricht von der Insolvenz Nya Nordiskas die Interior- und Heimtextil-Branche auf. Seitdem ist viel passiert. Drei neue Gesellschafter sind mit an Bord und das Unternehmen wurde ­finanziell, organisatorisch und personell neu aufgestellt - mit Cenk Eryilmaz an der Spitze. arcade wollte von dem ehemaligen Team­leiter bei Adidas wissen, welche Ziele er mit Nya verfolgt, wie er auf die Anforderungen einer neuen Zeit reagiert und welche Dinge bereits auf den Weg gebracht wurden. Nachzulesen in der aktuellen arcade.

Herr Eryilmaz, seit rund ­einem halben Jahr sind Sie Geschäftsführer bei Nya Nordiska. Sind Sie angekommen? Und was waren die ersten Dinge, die Sie angeschoben haben?
Eryilmaz: Ich wurde von Anfang an sehr herzlich empfangen, innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Mein Start hier war sehr positiv und ich bin glücklich, ein Teil der Unternehmensgeschichte zu sein. Wir wussten allerdings, dass wir schnell handeln und uns auf das Wesentliche konzentrieren müssen: Lieferfähigkeit und dezentrale Strukturen. Das hat uns dazu be­fähigt, unsere neue Frühjahrskollektion 2019 auf die Beine zu stellen, und auch im Bereich der Digitalisierung konnten wir schnell erste Ergebnisse sehen: Die neue Website www.nya.com ist seit Oktober 2018 online. Wir arbeiten jeden Tag hart daran, uns in allen Bereichen zu verbessern. Das macht mir sehr viel Spaß!
Es gab immer mal wieder Gerüchte, dass Nya von einem türkischen Unternehmen übernommen wurde. Sicher hängt es damit zusammen, dass Sie selbst einen ­türkischen Namen ­haben. Kön­nen Sie Licht ins ­Dunkel ­bringen?
Eryilmaz: Nya Nordiska ist nach wie vor zu 100 % unabhängig. Weder ­Wettbewerber noch Kunden oder Lieferanten haben an der Gesellschaft Anteile. Unsere drei Gesellschafter, alle branchenfremd und von­ein­ander unabhängig, sind mit dem Inte­resse der nachhaltigen Standorter­haltung in das Projekt eingestiegen. Ich bin mir der Gerüchte aufgrund meines Namens bewusst – den Apfel-Tee habe ich bei uns im Unternehmen deshalb aber noch nicht eingeführt. Ich kann darüber ­lachen, weil es auch nicht ganz abwegig ist. Aber selbst wenn es so wäre, verstehen wir uns als internationales Unternehmen und begrüßen Geschäftspartner aus allen ­Teilen der Welt.
Nya Nordiska gehört bekanntermaßen zu den renommiertesten deutschen Textil­marken. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass das Unternehmen wieder ganz ­vorne mit dabei ist?
Eryilmaz: Wir bekennen uns wieder ganz klar zu den Kernwerten der Marke: Simplizität, innovatives Denken und skandinavisches Design. Das ist der Leitfaden nicht nur für die Produkte, sondern auch für unsere Unternehmenskultur. Dieser Ansatz spiegelt sich bereits in der geschaffenen Dezentralisierung, Prozessoptimierung und Rekrutierung neuen Personals wider. Die „nächste Generation“ ist bei Nya angekommen und fester Bestandteil des leitenden Management-Teams. ­Fragen zu fortschreitender Digitalisierung, Onlinehandel und den neuen Kommunikationsmedien begegnen wir mit Antworten. Z. B. haben wir vor Kurzem unseren neuen Download-­Bereich livegestellt. Weitere Tools wie ein Händler-Portal oder ein Cutting-Bestell-­Service sind in Planung. Wir besinnen uns auf die Kernwerte unserer Marke und ­setzen diese in den zeitgemäßen Kontext. Das sind die Grundsteine für ein innova­tives und modernes Nya.
Sie kommen von der starken Marke ­Adidas. Der Fashion-Markt tickt ja bekanntlich etwas schneller und anders als der Markt für Heimtextilien, dennoch gibt es sicherlich Dinge, die man aus der Mode-Branche übernehmen kann. Was zum Beispiel?
Eryilmaz: Meine Zeit bei Adidas war auf­regend, rasant und sehr lehrreich. Ich ­blicke wie im Zeitraffer darauf zurück. Tatsächlich ist die Schnelllebigkeit in der Mode nicht vergleichbar mit den Heimtextilien. Die ­Liebe zum Stoff verbindet allerdings. Wir haben uns während meiner Zeit bei Adidas permanent selbst hinterfragt, um den Ansprüchen im Markt gerecht zu werden. Der permanente Wille zur Ver­änderung muss Bestandteil unserer Unternehmenskultur werden, um sich stetig ­­zu verbessern.
Der Markt für Heimtextilien ist derzeit nicht ganz einfach. Welche Ziele in Bezug auf Nya haben Sie sich für 2019 gesetzt?
Eryilmaz: Wir wollen auf unserer positiven Entwicklung aufbauen und weiterhin strategisch und sukzessiv wachsen.­ ­Unser ­Fokus ist das Textil und wir beleuchten alle Bereiche, die wir mit dieser Kom­petenz für uns erobern können. Neue ­Kunden und neue Märkte gehören dazu. Auch die Art und Weise, wie wir arbeiten. Der ­digitale Bestandteil wird für uns im ­täglichen Geschäft zunehmen. ­Produkte und Informationen marktkonform zur ­Verfügung zu stellen, ist z. B. eine ­zentrale Aufgabe.
Nya nimmt ja jetzt im März am Stoff Frühling in München teil. Was dürfen wir erwarten?
Eryilmaz: Endlich wieder das Nya, das wir alle kennen. Schwerpunkt ist die neue Kollektion. Vor allem aber stellen wir unsere Markenidentität wieder in den Fokus. SimplizItät – eine reduzierte, klare Designhandschrift in einer urbanen Location auf der Praterinsel in München. Wir freuen uns sehr darauf. Schauen Sie vorbei!
Die Einladung nehmen wir selbstverständlich gerne an. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eryilmaz.   Die Fragen stellte Heike Gessulat

Lesen Sie das komplette Interview in der aktuellen arcade.
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