Donnerstag, 01. August 2019, 09:00 Uhr
Hotel Tortue

Hamburgs neuer Social Hotspot

Zum magischen Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen entwickelte sich das 2018 in Hamburg eröffnete  Hotel „Tortue“. Das Haus ist Teil der neuen, aufsehenerregenden Hamburger Stadthöfe, an dessen Neukonzeption Architekt Stephen Williams in Zusammenarbeit mit David ­Chipperfield und weiteren Architektur- und Ingenieurbüros maßgeblich beteiligt war. Ein Ausschreibungs-Projekt, das Williams bereits 2008 für sich entscheiden konnte und das von der Stadtplanung bis zum kleinsten Interior-Detail eine enorme Gestaltungstiefe beinhaltete. Williams: „Ein wirklich einmaliger Auftrag.” Dabei wurde ein vergessener Ort, der mehr als ein Jahrhundert von der Öffentlichkeit quasi nicht zu sehen war und während der Nazi-Zeit von der Gestapo als Hauptquartier genutzt wurde, in einen lebendigen, einladenden Stadt-Ort verwandelt. Grundlage für die Fläche von 120.000 qm war ein mit dem Immobilienunternehmen Quantum entwickelter, komplexer Masterplan. Der besondere Mix aus historischer Bausubstanz (mit zweigeschossiger Aufstockung), restaurierten Passagen, neu angelegten Höfen, hochwertigen Shops, ­Gastronomie und Premium-Hotel lädt nicht nur zum Flanieren und Verweilen ein, sondern ist in dieser Form in der Hansestadt einzigartig. Dreh- und Angelpunkt des umfangreichen Ensembles ist das Hotel ­„Tortue“, räumlich gemeinsam mit Stephen ­Williams im städtebaulichen Zusammenhang ­konzipiert. Dem Architekturbüro ­gelang es, gemeinsam mit verschiedenen ­Designern sowie den ­Betreibern die ­Identität des ­Hotels auf außergewöhnliche Art und ­Weise und in großer, planerischer Detail ­Tiefe zu kommunizieren.
Das Ergebnis ist ein geschicktes Raumgeflecht, das eine elegante, zeitgenössische Atmosphäre ausstrahlt. Mit Gästezimmern, gestaltet von der in Amsterdam ansässigen Designerin Kate Hume. „Bei diesem Projekt zeigen sich ganz deutlich die ­Vorteile, wenn unterschiedliche Gestalter zusammenarbeiten“, ist Williams überzeugt. „Kate hat ­bestimmte Stoffe, Farben, Tapeten und Produkte ausgewählt, auf die ich gar nicht ­gekommen wäre.“ So wurde ein warmer, vertrauter Stil kreiert, der bei den Gästen super ankommt. Qualität, die vor allem, aber nicht nur, designaffine Nutzer zu schätzen wissen. Axel Sommerfeld aus Bremen, zu Gast im „Tortue“, meint: „Mich persönlich hat das
extrem durchdachte Corporate Design ebenso begeistert wie die hochwertigen Materialien von Sesseln, Stühlen, Betten, Bett­wäsche, Handtüchern, Besteck und ­Gläsern.“ Und obwohl die Medium-Zimmer nicht sehr groß sind, so der Bremer, „sind sie sehr gemütlich, machen stilvoll Spaß und tragen zur Entspannung bei.“ Darüber hinaus überzeugte ihn das „tolle Lichtkonzept“ ebenso wie das klug durchdachte Bad mit sehr großer Dusche und hohem Waschbecken. „Alles in allem – ein eindrucksvolles ­Hotel-Erlebnis und ein sensationelles Designkonzept.“
Gelebte Urbanität bieten die diversen ­Restaurants und Bars sowie die Dach­terrasse mit spektakulärem Blick. Das ­asiatisch ­inspirierte „Jin Gui“ wurde von der in Hongkong lebenden Designerin Joyce Wang ent­worfen. Williams: „Sie ist wirklich brillant! Mit der Bar setzt sie ganz neue ­Maßstäbe für Hamburg.” Der Raum wirkt mit seinen unterschiedlichsten Materialitäten und der dunklen Tonigkeit bewusst verführerisch. Die französisch-deutsch geprägte Brasserie strahlt mit hochwertigen Oberflächen, ­grünem Leder, Marmor und einladenden Sitznischen mit Holzverkleidung. Die von Stephen Williams im internationalen Stil kreierte Tages- und Abendbar „Bar Noir“ mit ­Wintergarten, Terrasse und optionaler Tanzfläche hat das Hotel schnell zum „Social Hotspot“ gemacht. Ob zum relaxten Afterwork oder gemütlichem Beisammensein mit Freunden — das exzellente Design wird ­jedem Anlass gerecht und lässt den Alltag und das Tempo der Stadt außen vor.

Ein Projekt, bei dem sich nicht nur ­Williams Leidenschaft für Hotel-Projekte Bahn bricht („Ich lebe Hospitality“), sondern das auch sein tiefes Verständnis für die ­Bedürfnisse seiner Auftraggeber zeigt. „Wir ver­stehen uns immer als Dienstleister, denken ziel­orientiert und stets gemeinsam mit dem Kunden. Er soll immer Teil des Ganzen sein“, so Williams. Dabei verlässt er sich auf sein instinktives Gespür für das, was gut gestaltete Orte im Kern ausmacht: eine hohe, ­attraktive ­Nutzungs- und Aufenthalts­qualität. „Wir wollen als Planer immer einen ­perfekten Ort schaffen.“  Heike Gessulat


Den kompletten Bericht über das Hotel "Tortue" in Hamburg lesen Sie in der arcade-Sonderausgabe "Faszination Hotel".
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