Dienstag, 10. September 2019, 09:40 Uhr
Werner Sobek

Aktivhaus "B10" ist umgezogen

Fünf Jahre lang stand das von Werner Sobek entworfene Aktivhaus "B10" in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung inmitten von denkmalgeschützter Bauhausarchitektur - auf Wunsch der Stadt Stuttgart sogar zwei Jahre länger als geplant. Das öffentliche Interesse an diesem im Rahmen des Forschungsclusters „Schaufenster Elektromobilität“ entstandenen Gebäude mit seinem ausgeklügelten Energiemanagement war groß: Tausende von Besuchern statteten dem Haus in den vergangenen Jahren einen Besuch ab, Medien auf aller Welt berichteten über das kleine Energiebündel aus Stuttgart. Aufgrund seines innovativen Konzepts ist es aktueller denn je: ein in kürzester Zeit aufbau- und abbaubares sowie transportfähiges Gebäude, das über ein selbstlernendes Energiemanagement verfügt und das nahezu bezugsfertig angeliefert wird. Im August wurde "B10" nun innerhalb eines Tages abgebaut und per Schwertransport an seinen neuen Standort in Hohenstein auf der Schwäbischen Alb transportiert. Das Gebäude dient dort künftig als Empfangsgebäude für die Firma Schwörer Haus, die "B10" im Auftrag von Werner Sobek gebaut hatte - und bleibt so auch künftig ein Vorzeigeprojekt für das Wohnen und Bauen von morgen.

"B10" war eines der ersten Aktivhäuser weltweit. Dank eines selbstlernenden Energiemanagementsystems ist das Gebäude in der Lage, 200 % seines Energiebedarfs selbst aus nachhaltigen Quellen zu gewinnen. Dieser Überschuss diente in der Weißenhofsiedlung unter anderem dazu, Elektrofahrzeuge zu betreiben und die Versorgung benachbarter Gebäude zu ermöglichen. Das Haus erfüllte so eine der zentralen Forderungen von Werner Sobek: Das Bauen und Wohnen der Zukunft muss immer in Zusammenhang mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten sowie dem umliegenden Quartier gedacht werden. „Modulares Bauen heißt, dass man Raumeinheiten baut. Idealerweise ist alles schon so weit vorkonfiguriert, dass auf der Baustelle kaum noch etwas zu tun ist“, so Werner Sobek. Die modulare Bauweise ermöglicht eine serielle Fertigung in hohen Stückzahlen und in kurzer Zeit. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Kosten aus - insbesondere in Zeiten knappen Wohnraums und hoher Grundstückspreise ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

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