Freitag, 17. Januar 2020, 11:45 Uhr
imm cologne 2020

Das sind die Gewinner des Pure Talents Contest

Herzlichen Glückwunsch: Ein gelenkiger Klapptisch, ein nicht-elekrischer Staubsauger und eine Leuchte mit mechanischem Timer haben es aufs Siegertreppchen des 17. Pure Talents Contest geschafft. Im Rahmen der Preisverleihung auf dem imm-Veranstaltungsforum "The Stage" (Halle 3.1) würdigten die Jury und Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement bei der Koelnmesse, die außergewöhnlichen Entwürfe.

Den ersten Preis erhielten Marie Kurstjens und Iva Coskun (Deutschland) für ihren zusammenklappbaren und universell einsetzbaren Tisch „Levi“. Auf den ersten Blick wirkt „Levi“ wie ein normaler, simpler Tisch mit einer Holzplatte auf einem Metallgestell. Doch durch ein gelenkartiges Scharnier kann das Gestell in allen möglichen Winkeln aufgestellt und arretiert werden, um Platten verschiedener Formate aufzunehmen – vom Esstisch-Quadrat bis zum Arbeitsplatz-gerechten Rechteck. „Levi“ steht laut Jury für eine Tendenz zu transportoptimierten Flat Pack-Produkten, die bei den Wettbewerbsbeiträgen auffällt „Der Tisch wirkt so einfach und selbstverständlich, als gäbe es ihn schon seit Jahren. Dabei ist es ein neues Produkt. Das an sich ist schon eine ästhetische Qualität“, kommentiert Jurymitglied Johannes Hünig die Entscheidung.

Der zweite Preis ging an „Omit“ – einen nicht-elektrischen, handbetriebenen Staubsauger, entworfen von Hiroyuki Morita (Japan). Anwendungen wie etwa Kühlschränke oder Staubsauger sind eng mit der Einrichtung verbunden. „Omit“ beweist, dass auch Anwendungen ohne smarte Technik und Energie machbar sind. Die Jury zeigte sich überzeugt. „Omit ist ein sehr intelligenter Entwurf; mit der innen liegenden Mechanik und der Gestaltung des Gehäuses verkörpert die Designerin für mich die ideale Mischung aus Erfinder und Designer“, sagt Philippe Malouin. „Omit ist auch ein Zeichen gegen die um sich greifende Elektrifizierung einfachster Handgriffe – wie beispielsweise einer elektrischen Pfeffermühle“, findet Sebastian Herkner, und Suvi Saloniemi betont: „Er ist einfach gut gestaltet, sodass er für eine spontane Nutzung auch gut in einem offenen Regal liegen kann, ohne negativ aufzufallen.“

Auch der dritte Preis ging an ein Produkt, das Energie zum Thema macht – dieses Mal in Form von Licht. Die Leuchte „Jojo“, entworfen von Sofia Souidi (Deutschland), wird durch Ziehen an einer Schnur gestartet und mit der Zeit dunkler, bis sie gänzlich erlischt; durch die Veränderung des Lichts soll ein Zeitgefühl beim Nutzer erzeugt werden. „Jojo ist auf eine fast poetische Weise sehr intuitiv und bringt einen zum Lächeln“, ergänzt Johannes Hünig.

Neben der Verleihung der drei Hauptpreise wurden in diesem Jahr gleich zwei Special Mentions vergeben: Zum einen an „Aspirator“ von Qing Deng (China) – eine Art Sitzsack, der durch Schallwellen aufgeblasen wird, die durch Schreien in einen Trichter ausgelöst werden. „Aspirator erinnert in seiner Ästhetik an die 60er-Jahre, vom Konzept her aber an den Performance-Charakter mancher Designs aus den 90er-Jahren, von dem wir heute wieder mehr brauchen könnten“, urteilte die Jury. Die zweite besondere Erwähnung erhielt „According to the Grain“, ein Sitzmöbel zur Würdigung der Materialität von Holz, entworfen von Sho Ota (Japan). Die härteren Äste des Holzes werden durch Sandstrahlen der weicheren Teile herausgearbeitet, wodurch trotz der herausragenden Ast-Rudimente eine insgesamt weiche Oberfläche entsteht. „Der Entwurf hebt etwas hervor, was wir sonst als angeblichen Materialfehler verstecken. Und obwohl es unbequem aussieht, sitzt man auf Bank und Hocker erstaunlich komfortabel“, ist sich die Jury einig.

Erstmals in der Geschichte des Pure Talents Contest gab es einen Audience Prize, der auf Basis eines Instagram Votings ermittelt wurde. Die User wählten den „Flow Chair“ von Fillip Lenarick (Polen) – ein weiteres Flat Pack-Produkt, einfach zusammenzubauen und komfortabel, ein Sitzmöbel, das gut in ein modernes, luftiges Interieur passt.

Der Nachwuchswettbewerb für Designer bestätigte mit 862 Produkteinreichungen aus 59 Nationen wieder sein internationales Renommee. 20 Produkte waren von der Jury für die Sonderausstellung nominiert, wo sie im Rahmen der imm cologne 2020 von ihren Designern in Halle 3.1 präsentiert wurden.

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