Freitag, 24. Januar 2020, 08:40 Uhr
Bauinfoconsult

Wärmewende geht anders

Das gesamte Modernisierungsvolumen 2019 im privaten Wohnungsbestand betrug ca. 116,3 Mrd. Euro, zeigt eine aktuelle Studie von BauInfoConsult. Vor allem Komfort- und Wertsteigerung treiben, laut Studie, die deutschen Modernisierer an. Im engeren Sinne energetisch motivierte Maßnahmen rund um Heizung und Gebäudehülle machten 2019 dagegen nur in etwa 17,9 % der Maßnahmen aus.   

In der Modernisierungsstudie des Düsseldorfer Bauwirtschaftsdaten-Dienstleisters wurden 513 Haushalte zu Art und Umfang ihrer Modernisierungsaktivitäten befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Deutschen vor allem mit Verschönerungs- und Modernisierungsmaßnahmen beschäftigt sind. Im Trend (wenn auch noch weit entfernt von Standardmaßnahmen in der Modernisierung) sind auch Smart Home-Anwendungen, z. B. im Bereich der Beleuchtungs-, Heizungs- oder Sonnenschutzsteuerung.

Gerade das Interesse der Befragten an Themen wie smarten Anwendungen, aber auch an nachhaltigen Baustoffen oder erneuerbaren Energien belegen jedoch zugleich, dass effiziente und energieeinsparende Maßnahmen durchaus auf Gegenliebe stoßen. Dass die energetische Sanierung im Vergleich zur wert- und komfortsteigernden Modernisierung weniger prominent erscheint, hängt wohl nicht zuletzt mit den politischen Rahmenbedingungen zusammen: So sind viele Verbraucher der Ansicht, dass die Förderlandschaft zu unübersichtlich ist und vermissen auch mehr konkrete Unterstützung durch das aktuelle Klimapaket.

„Generell zeigen sich die deutschen Modernisierer in der repräsentativen Stichprobe als gut informierte Zeitgenossen, die auch die Modernisierungsmaßnahmen überwiegend selbstständig initiieren und die Informationen weitgehend selbst zusammensuchen – im Großen und Ganzen über alle Regionen, Einkommens- und Altersunterschiede hinweg“, wie die Studienautoren von BauInfoConsult feststellen. Auch seien zahlreiche Haushalte der Meinung, dass die fossilen Brennstoffe in den kommenden zehn Jahren als Heizungsmaterial weitgehend passé werden dürften.

„Für die Zukunft der Wärmewende sei dies eine gute Nachricht: Es lohnt sich für Branchenverbände und Umweltorganisationen die Modernisierer weiterhin mit Informationen zu den Möglichkeiten energetischer Sanierung zu versorgen“, so die Autoren weiter. Nun müsse nur die Politik das ihre tun und Investitionsanreize schaffen, damit die Rechnung auch aus Sicht der Privathaushalte aufgeht.

Immerhin ist kurz nach Abschluss der Erhebung das Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms verabschiedet worden, das für die nächsten zehn Jahre zahlreiche Steuererleichterungen für energetische relevante Sanierungsmaßnahmen in Aussicht stellt. Auch die Aufstockung der KfW-Mittel im Bereich „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Im Detail geht es in der Studie um die Segmente Heizung, Dach- und Fassadendämmung & -erneuerung, Fußböden & Fliesen, Fenster & Türen, Sonnenschutz, Badezimmer, Küche, Malerarbeiten, Trocken & Innenausbau sowie Smart Home. Die Studie „Der deutsche Modernisierungsmarkt 2020“ kann ab sofort zum Preis von 999 Euro zzgl. MwSt. bei BauInfoConsult bestellt werden. Mehr Informationen erhalten Sie von Alexander Faust und Christian Packwitz unter 0211 301 559-10 oder per E-Mail an info@bauinfoconsult.de.



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