Dienstag, 26. Mai 2020, 13:00 Uhr
IBA

Forsa-Umfrage: Arbeitnehmer vermissen die Kollegen und ihr gut ausgestattetes Büro

Auch nach den ersten Lockerungen: Durch de Corona arbeiten aktuell immer noch viele Arbeitnehmer aus dem Home Office. Doch wie bewerten Arbeitnehmer ihre Arbeit dort? Und was vermissen die Mitarbeiter am meisten? Diesen und weiteren Fragen ist das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Rahmen einer repräsentativen Umfrage nachgegangen. Im Auftrag des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) wurden Ende April insgesamt 1.000 abhängig Beschäftigte zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland zu ihrer aktuellen Arbeitsplatzsituation befragt.

Als Teil der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind Unternehmen seit dem 16. März dazu angehalten, ihren Mitarbeitern, soweit dies umsetzbar ist, Heimarbeit zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund geben 43 % der Beschäftigten an, in den letzten Wochen mehr als sonst von zuhause gearbeitet zu haben. Mehr als die Hälfte davon (51 %) ist täglich, 80 % mindestens dreimal pro Woche am heimischen Arbeitsplatz tätig. Familien mit Kindern unter fünf Jahren im Haushalt nutzten das Home Office am intensivsten. So arbeiten rund 57 % der Eltern mit kleinen Kindern täglich zu Hause.

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass vielen Arbeitnehmern bei der Heimarbeit wichtige Aspekte des Büroalltags fehlen. Am meisten vermissen Bürobeschäftigte im Homeoffice die persönliche Zusammenarbeit mit ihren Kollegen (80 Prozent). Auch Team- und Projektarbeit vor Ort (40 Prozent) sowie der Kontakt zu Kunden (30 Prozent) kommen bei vielen der Befragten im Home Office zu kurz. Daneben stellt besonders das Fehlen eines festen, gut ausgestatteten Büroarbeitsplatzes eine Herausforderung dar. Besonders bei jüngeren Beschäftigten unter 30 Jahren kann die Ausstattung des heimischen Arbeitsplatzes nicht mit dem Büro mithalten. So hat rund ein Drittel der Befragten aktuell keinen festen Arbeitsplatz, sondern arbeitet an behelfsmäßigen, wechselnden Orten im Haus, z.B. am Küchentisch, im Wohnzimmer oder auf dem Sofa. Allerdings: auch fest eingerichtete Heimarbeitsplätze werden hinsichtlich ihrer Ausstattung und Ergonomie häufig schlechter bewertet als ihr Äquivalent im Büro.

Bei der Bewertung der Ausstattung gibt deshalb mehr als ein Drittel der Beschäftigten (36 %) an, die ergonomische Ausstattung des Büroarbeitsplatzes zu vermissen. 48 % beklagen das Fehlen eines guten Bürostuhls im Home Office, 49 % fehlt der Platz, um sich richtig ausbreiten zu können und 43 % bemängeln die technische Ausstattung ihres Heimarbeitsplatzes.

Trotzdem geben 74 % der Befragten an, dass sie in der näheren Zukunft weiterhin die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens von zuhause als Schutzmaßnahme nutzen möchten. Auch nach weiteren Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Epidemie wollen 60 % der Befragten häufiger im Home Office arbeiten als vor der notgedrungenen Verlagerung des Arbeitsplatzes in die eigenen vier Wände.

Für Hendrik Hund, den Vorsitzenden des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. ist das Home Office daher auch über Corona hinaus eine feste Größe im Mix möglicher Arbeitsplätze. „Allerdings braucht es dafür – jenseits der Fragestellung nach einem möglichen Rechtsanspruch – vor allem eine professionelle Ausstattung der Home Offices. Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse der Befragung, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Kollegen und somit der gemeinsame Arbeitsort Büro ist. Hier werden wir künftig mehr gut gestaltete Bereiche für Kommunikation und die kreative Arbeit im Team brauchen“, so Hund.

Warum Home Office auch künftig – stärker denn je – eine Rolle spielen wird sowie weitere Erkenntnisse zum Thema „Heimarbeit“ lesen Sie auch in der druckfrischen arcade. Hier geht’s zum Abo.



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