Montag, 15. Juni 2020, 08:40 Uhr
Creditreform Boniversum

Fast 40 % der Deutschen haben weniger Geld zur Verfügung

39 % der Haushalte in Deutschland sind als Folge der Corona-Pandemie sind von Einkommenseinbußen betroffen. Das hat eine aktuelle Verbraucherumfrage von Creditreform Boniversum ergeben. 69 % der betroffenen Haushalte haben demnach bis zu 30 % weniger Geld in der Haushaltskasse zur Verfügung, weitere 21 % sogar bis zu 50 % weniger. Hauptgrund für die Einbußen ist Kurzarbeit (44 %), 20 % der Befragten nannten den Verlust des Nebenjobs und 17 % die begrenzte Ausübung der selbstständigen Tätigkeit. Bei nur etwa sieben Prozent schlägt sich der Verlust des Arbeitsplatzes auf das verfügbare Einkommen nieder.

Durch die Einbußen wollen 57 % der Verbraucher künftig weniger Geld ausgeben. Sparpotenzial sehen 31 % dabei im Bereich Freizeit und Urlaub. Bei Konsumgütern wird am ehesten in den Produktgruppen „Bekleidung, Schuhe, Haus – und Heimtextilien“ (30 %), gefolgt von „Schmuck und Uhren“ (25 %), „Möbel und Dekoartikel“ (24 %), „Hobby – Sammel- und Freizeitartikel“ (20 %) und „Computer- und Elektronik“ bzw. „Telekommunikationsartikel“ (20 % bzw. 19 %) gespart. Am wenigsten Einsparmöglichkeiten werden beim Tierbedarf (6 %), der Altersvorsorge (6 %) und Medikamenten (4 %) gesehen. 14 Prozent der Befragten gaben an, ihre Ausgaben nicht weiter drosseln zu können.

Knapp drei Viertel der Verbraucher erwarten, in den kommenen zwölf Monaten nicht in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. 27 % befürchten jedoch, ihre Rechnungen nicht bezahlen zu können. Davon betroffen sind insbesondere notwenige Anschaffungen für Haus bzw. Wohnung (10 %), die Miete (8 %), die Kosten für Strom und Heizung (7 %), die Tilgung von  Immobilienkrediten (4 %), die Ausbildung der Kinder (3 %) und Unterhaltszahlungen (3 %).

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele Verbraucher die Auswirkungen der Corona-Pandemie in ihrem Geldbeutel spüren. Einige können oder wollen ihren Konsum aber nicht einschränken. Und auch wenn knapp drei Viertel der Befragten in naher Zukunft keine Zahlungsschwierigkeiten erwarten, ist es beunruhigend, dass 27 % damit rechnen, laufende Kosten wie für Miete, Strom oder die Tilgung eines Kredites nicht mehr begleichen zu können. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Zahl überschuldeter Verbraucher in Deutschland ansteigen wird“, erklärt Stephan Vila, Geschäftsführer der Creditreform Boniversum GmbH.

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