Donnerstag, 02. Juli 2020, 15:00 Uhr
Jens U. Sroka von Heimathafen Hotels

"Nach dem Lockdown ging es steil bergauf"

Von der rotzig-rockigen Surfer & Skater-Bude in Heiligenhafen, dem lässigen Lifestyle-Haus in ­St. Peter Ording über exklusive Beach Apartments ­bis zum luxuriösen Lighthouse Hotel & Spa in Büsum: Die Heimathafen Hotels bieten mittlerweile fünf ­unterschiedliche Konzepte an Nord- und Ostsee. ­Wir sprachen mit Gründer und Geschäftsführer Jens U. Sroka über die ­Auswirkungen der Corona-Pandemie auf sein Business und wie diese Krise das Reise­verhalten insgesamt ändern könnte.
Das komplette Interview lesen Sie in der arcade-Sonderausgabe "Faszination Hotel", die in diesen Tagen erscheint. Sie wollen arcade regelmäßig lesen? Hier geht es zum Print- und Digital-Abo.

Herr Sroka, die Hotellerie und Gastro­nomie wurden durch den Lockdown besonders hart getroffen. Welche konkreten Auswirkungen hatte er auf die Heimat­hafen Hotels?
Jens U. Sroka: Wir mussten leider unsere Betriebe zwischen dem 18. März und dem 18. Mai komplett schließen und 96 % unserer 370 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Natürlich sind in dieser Zeit laufende Kosten weiterhin angefallen. Auch Zins und Tilgung mussten wir natürlich leisten – und das bei komplett ausbleibenden Umsätzen. Ebenso mussten Rückzahlungen von bereits getätigten Anzahlungen rückerstattet werden.

Welches waren die größten Herausforderungen während des Stillstands?
Jens U. Sroka: Zum einen war das Beantragen und das Umsetzen des Kurzarbeiter­­geldes ein enormer Aufwand für die Personal- und Buchhaltungsabteilung. Des Weiteren mussten wir mit unseren Banken die Kredite der KfW sowie der IBSH sichten und beantragen. Das war mit unserem Firmenverbund schwerer als angenommen.

Wie haben Sie die Zeit genutzt?
Jens U. Sroka: Wir haben versucht, vor ­allem über Social Media unsere Fans und Follower über coolen und positiven ­Con­tent auch in dieser Zeit an uns zu binden. Dort haben DJs mit Meerblick aufgelegt, unsere Köche haben Lieblingsrezepte live gekocht, etc. Natürlich haben wir die Zeit in den Hotels auch genutzt, um aufgeschobene arbeiten abzuarbeiten – Frühjahrsputz und Maler­arbeiten zum Beispiel.

Krisen machen ja auch erfinderisch: ­Welche positiven Effekte der Krise sehen Sie für die Heimathafen Hotels und auch die gesamte Branche?
Jens U. Sroka: Ich bin ja generell ein optimistischer Mensch, nur viel Positives kann ich der Krise nicht abgewinnen! Trotz der erhöhten Nachfrage haben wir zwei ­Monate verloren, die wir nicht aufholen können. ­Zudem ist uns das Tagungs-, Event- und Hochzeitsgeschäft komplett weggebrochen. Hier reden wir über einige Millionen Umsätze bis Ende 2021, die wir erst mal versuchen müssen zu ersetzen. Auch das zukünftige Tagungsverhalten wird sich langfristig reduzieren und verändern.

Jetzt, da der Restart auch für Ihre Branche eingeläutet ist – wie stellt sich die Situation in Ihren Häusern aktuell dar?
Jens U. Sroka: Wir haben in all unseren Häusern klare Hygiene- und Abstands­konzepte und wir sind froh, dass unsere Gäste und Mitarbeiter sehr geduldig und verständnisvoll sind und sich an die Vorgaben ­halten. Aber man muss sagen, dass auch hier aufgrund der Abstandsregeln ein Drittel unserer Sitzplätze weggefallen ist, also Umsatz, den wir nicht bringen werden. Des Weiteren sind Frühstücksbuffets nicht erlaubt – da alles à la carte serviert werden muss, haben wir einen erhöhten Personalaufwand und somit Mehrkosten.
Zum Glück ging es nach dem Lockdown an der Küste steil bergauf. Wir haben eine erhöhte Nachfrage und ­hoffen, dass dies auch bis über den Herbst hin anhält.

Die Fragen stellte Brit Dieckvoss

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