Mittwoch, 29. Juli 2020, 13:08 Uhr
Oberflächen-Trends 2020

Die Emanzipation des Dekors

Dekore und Oberflächen haben in den letzten Jahren qualitativ ein ganz neues Niveau erreicht. Dabei stellen die Dekordrucker längst nicht mehr „nur“ natürliche Vorbilder perfekt nach, sondern kreieren auch ganz andere Optiken. So wird die beschichtete Platte immer mehr zu einem eigenständigen und noch attraktiveren Produkt. Darüber hinaus setzen die Dekorspezialisten nicht nur aktuelle Trends um, sondern geben – vor allem im Möbel- und Fußbodenbereich – immer wieder Impulse für neue.

Als „Kleid“ prägt das Dekor beziehungsweise die Oberfläche die Optik des Möbels genauso wie viele Bereiche des Objekt- und Innenausbaus. Gerade bei Kastenmöbeln, deren Formensprache limitiert ist, bestimmt es das Design essenziell. Gleichzeitig findet im Bereich der Drucker und Oberflächenspezialisten ein Umbruch statt. Standen früher aufgrund großer Losgrößen vor allem die Abnehmer in der Industrie im Fokus, stellen sich die Anbieter hinsichtlich ihrer Kunden inzwischen deutlich breiter auf. Der Grund dafür liegt in der Weiterentwicklung des Digitaldrucks. Immer mehr Dekorspezialisten verfügen über effiziente Anlagen dieser Technologie. Die Zeiten, in denen der Digitaldruck nur im Musterbereich eine Rolle spielte, sind vorbei. Nun können schnell kleine Serien und theoretisch auch Unikate hergestellt werden, wobei die Drucker an letzteren natürlich kein Interesse haben. Trotzdem möchten sie am Trend zur Individualisierung partizipieren.
Dafür sprechen die Unternehmen zunehmend Innenarchitekten, Ladenbauer, Designer und design-affine, kreative Handwerker an. Und sind deshalb auch auf entsprechenden Messen als Aussteller präsent, wie zum Beispiel der „Euroshop“ in Düsseldorf. Es ist davon auszugehen, dass die Dekorspezialisten gemeinsam mit Holzwerkstoffproduzenten, die Dekor und Oberfläche auf eine Platte pressen, immer mehr „Pakete“ schnüren, die für Designer, Architekten, Innenausbauer und Co. attraktiv sind. Und das nicht nur wegen geringer Losgrößen bei gleichzeitig annehmbaren Preisen.
Denn eine besonders interessante Entwicklung ist aktuell der immer freiere Umgang der Dekor-Kreativen mit natürlichen Vorbildern. In diesem Zusammenhang wird mit der Optik und Haptik unterschiedlichster Materialien gespielt. Außerdem findet die ­Kombination verschiedener Werkstoffe statt. Dabei kann zum Beispiel eine Holznachstellung mit einer Metallstruktur versehen werden oder ein Stein mit einer textil anmutenden Ober­fläche. So entstehen Anmutungen neuer Materialitäten. Gleichzeitig wird das Dekor zum eigenständigen Produkt mit hohem Wiedererkennungswert und gewinnt an Wertigkeit. Auch wächst die Zahl der digital gedruckten Fantasie-Dekore, mit denen sich besondere Akzente setzen lassen. Ebenfalls interessant kann das Spiel von Unis mit Strukturen sein. Farben erhalten damit eine besondere Tiefe und Lebendigkeit. Und als Bonus natürlich eine besondere Haptik.      Stefan Müller

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