Freitag, 07. August 2020, 12:00 Uhr
Monika Lepel

Ausgewählt für „Frau Architekt“-Ausstellung in Düsseldorf

Architektinnen im Fokus: Mit „Frau Architekt. Seit über 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf“ geht ab 12. August eine Ausstellung in Düsseldorf an den Start, die neben der historischen Betrachtung rund um die Stellung, Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen im Architekturberuf, erstmals 21 Architektinnen aus Nordrhein-Westfahlen präsentiert, die anhand eines aktuellen Projekts ihre Arbeit und architektonische Haltung zeigen. Darunter ist auch die renommierte Kölner Innenarchitektin Monika Lepel. Monika Lepel leitet seit 1994 gemeinsam mit Reinhard Lepel das Büro Lepel & Lepel in Köln. „Beziehungen bauen“ ist zentrales Thema ihrer Arbeit: so arbeiten in ihrem Büro ArchitektInnen und InnenarchitektInnen gleichberechtigt und gleich stark. Für sie ist es selbstverständlich, dass Frauen sich in ihrer Arbeit auf Augenhöhe mit den männlichen Kollegen begegnen. Ihr Anspruch an ihre Arbeit ist es, inspirierende Architektur und Räume für neue Arbeit, Bildung und Glaube zu schaffen. Dabei begreift sie Architektur und Innenarchitektur als ganzheitliche Einheit und erreicht so durchdachte Konzepte, die bis ins Detail funktionieren. Ihre Projekte - wie zum Beispiel für Microsoft, Google und Rewe digital - wurden vielfach ausgezeichnet: German Design Award, Red Dot Award, Iconic Award, Deutscher Innenarchitekturpreis.

Ausgewählt für die Vorstellung ihrer Arbeit hat Monika Lepel ihr persönlichstes Projekt: die Neugestaltung des Altarraums der Evangelischen Lutherkirche Düsseldorf.

„Persönlich ist es für mich eine große Ehre, mit der eigenen Arbeit wahrgenommen zu werden und es freut mich ganz besonders, dass die Innenarchitektur gewürdigt wird. Es besteht eine gesellschaftliche Dringlichkeit, neue Räume sinnvoll für ein Miteinander zu erschließen.“ Monika Lepel ist dabei ein Aspekt besonders wichtig: „Ich erhoffe mir, dass mehr Frauen die Führung in kreativen und wirtschaftlichen Prozessen übernehmen“. Deshalb brauchen Architektinnen mehr Sichtbarkeit und Teilhabe im Architekturberuf. Dort setzt die Ausstellung an. Sie zeigt berufliche Werdegänge sowie vorbildliche Bauten von Architektinnen und beschäftigt sich mit den aktuellen Positionen von 21 Architektinnen aus
Nordrhein-Westfalen und veranschaulicht ihre Arbeit sowie ihre architektonische Haltung. "Frau Architekt" bildet den Rahmen für ein Begleitprogramm, dass die Stellung, die Sichtbarkeit sowie die Teilhabe von Frauen im Architekturberuf diskutiert. Sie wurde kuratiert von Baukultur Nordrhein-Westfalen und findet in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum statt.

Monika Lepel ist eine der wenigen Frauen, die sich in ihrer Arbeit u.a. mit der Gestaltung christlicher Innenräume befasst: „Einen Sakralraum zu gestalten, ist etwas ganz Besonderes”, sagt Monika Lepel. „Für mich ging es darum, etwas Ikonisches zu schaffen, in dem horizontal die Beziehung zu den Menschen und vertikal die Beziehung zu Gott zentral sind. Einen Raum, der Freiheit und Fokussierung zugleich ist! Der Glaube ist eines der
Fundamente unseres Lebens, er ist so wichtig wie das Atmen".

Die Ausstellung in Düsseldorf setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Bereits 2017 konzipierte das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt die Ausstellung „Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren Frauen in der Architektur“. Aus dieser umfangreichen Ausstellung präsentiert das Museum der Baukultur neun historische Architektinnen, deren Werdegänge und Tätigkeitsfelder charakteristisch für die Zeit vom späten
Kaiserreich bis in die 1960er und -70er Jahre sind. Die ausgewählten Porträts sollen stellvertretend stehen für typische Werdegänge: Autodidaktinnen, erste Erfahrungen in familiären Unternehmen, erste Hochschulabsolventinnen, im Schatten bedeutender Männer, Lebenswege von jüdischen Architektinnen im Dritten Reich, Berufsbilder in der BRD und der DDR. Unter den im DAM präsentierten Frauen gab es bereits
sechs Architektinnen, die für NRW eine bedeutende Rolle gespielt haben: Therese Mogger, Lilly Reich, Vera Meyer-Waldeck, Merete Mattern und Verena Dietrich. Ein zweiter vom Museum der Baukultur neu kuratierter und gestalteter Ausstellungsteil beschäftigt sich mit den aktuellen Arbeiten von Architektinnen aus NRW, also Frauen, die in einem in NRW beheimateten Büro oder an einer der NRW Hochschulen arbeiten.
Diese stammen aus dem Hochbau, der Stadtplanung, der Landschafts- und Innenraumgestaltung sowie der Bauforschung und werden jeweils mit einem charakteristischen Werk vorgestellt. In diesem Ausstellungsteil sollen das vielfältige Bauen von Frauen in NRW sowie ihre individuelle architektonische Haltung im Fokus stehen. Mittlerweile sind Frauen in allen Bereichen und Typologien der Architektur tätig.

Die Ausstellung ist vom 12. August bis zum 2. Oktober im Haus der Architekten in Düsseldorf (Zollhof 1, 40221 Düsseldorf) zu sehen. Die Vernissage findet - als geschlossene Veranstaltung mit begrenzter Teilnehmerzahl - am 11. August um 19:00 Uhr statt. Sie kann aber im Live-Stream verfolgt werden.



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