Freitag, 11. September 2020, 08:30 Uhr
Grünanlagen in deutschen Städten

Der Trend geht zu mehr Fläche

Gerade während der Corona-Krise sind die Grünanlagen der deutschen Großstädte großer Anziehungspunkt für viele Menschen - um unter freiem Himmel zusammenkommen, Freunde zu treffen und der Wohnung zu entfliehen. Dabei profitieren sie  aktuell davon, dass der Anteil der Grünanlagen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den meisten Großstädten über 22 Jahre hinweg leicht gestiegen ist, absolut betrachtet wie auch pro Kopf. In den 14 bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands mit mehr als 500.000 EinwohnerInnen standen im Jahr 2018 durchschnittlich 25 qm Grünanlagen-Fläche pro Kopf zur Verfügung, so das Statistische Bundesamt (Destatis). 1996 waren es noch 18 qm. Im selben Zeitraum stieg in diesen Metropolen auch der Anteil der Grünanlagen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche von 7,7 % auf 10,9 %. Zu Grünanlagen zählen Parks, Siedlungsgrünflächen, Botanische Gärten, Spielplätze, aber auch Kleingartenanlagen.

Dieser stabile Trend lässt sich auch bei Großstädten mit Einwohnerzahlen zwischen 250.000 und 500.000 ablesen. Dort nahm der Anteil der Grünanlagen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche von 1996 bis 2018 um 2,6 % auf 9,7 % zu. Hier kamen auf jede/n EinwohnerIn zuletzt durchschnittlich 27 qm Grünanlagen-Fläche. Bei den Städten mit 100.000 bis unter 250.000 Einwohnern stieg der Anteil auf 9,2 %. Der Flächenanteil pro Kopf lag 2018 bei 31 qm. Insgesamt lässt sich aus der Entwicklung ableiten, welch hohe Bedeutung den Funktionen von Grünflächen im urbanen Raum beigemessen wird. 

In den Metropolen, wo der Weg zu den Naherholungsgebieten im Umland weit und der Bedarf besonders hoch ist, ist also auch der Grünanlagen-Anteil überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Insgesamt betrug der Flächenanteil von Grünanlagen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland zuletzt 6 %. Dabei lassen sich die Werte der einzelnen Städte wegen topographischer Unterschiede und prägender historischer Entwicklungen nur mittelbar miteinander vergleichen. Beispielsweise haben Städte in Kessellage wie Stuttgart weniger räumliche Möglichkeiten, ihre Grünanlagen auszudehnen, andere Großstädte wiederum wie Hannover oder Leipzig liegen in flachem Terrain und konnten sich einfacher ausbreiten. Frühere Residenzstädte wie München oder Berlin besitzen traditionell repräsentative und ausgedehnte Parkanlagen, Befestigungsanlagen ehemaliger freier Reichsstädte wurden wie in Frankfurt am Main oder in Köln häufig in Grüngürtel umgewandelt.

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