Montag, 04. Januar 2021, 11:15 Uhr
Nachhaltigkeit

Der Zukunft eine Zukunft geben

Durch Corona war es kurzzeitig ruhiger um die Klima-Aktivisten geworden. Doch das Engagement für eine intakte Umwelt hat nicht zuletzt durch kritische Feinstaubwerte und Wetter­katastrophen Relevanz bekommen und ist mehr als ein Megatrend. Von „Neo-Ökologie“ spricht das Zukunftsinstitut. Ermutigende Beispiele wie wir vom Plünderer der Natur zum Unterstützer für ihre Wiederherstellung werden, gibt es in der Bau- und Interior-Branche zahlreiche. Immer mehr Unternehmen sind zudem bereit, die Extrameile zu gehen und Nachhaltigkeit zu einem Bestandteil ihrer DNA zu machen.

Gerade erst hat die EU sich auf ein deutlich verschärftes Klimaziel für 2030 geeinigt, wissend, dass die für 2050 angestrebte Klimaneutralität im bisherigen Tempo unerreichbar ist. Wetterkatastrophen als Folge des Klimawandels treiben zur Eile an. Mehr Nachhaltigkeit ist alternativlos. Der Druck, sie umzusetzen kommt nicht mehr nur von der Gesellschaft, die sie einfordert, sondern auch vom Kapital. Ethik- und Öko-Fonds werden stark nachgefragt. Selbst konservative Kreise setzen auf „Grün“, für eine Rendite mit gutem Gewissen.
Weil der Gebäudesektor einen hohen Anteil an den ausgestoßenen Treibhausgasen hat, laut Bundesumweltamt etwa 30 %, ist ein Umdenken gerade hier wichtig. Und es passiert viel, Green Buildings boomen, besonders bei Bürogebäuden. 2019 floss schon fast jeder Euro in nachhaltige, zertifizierte Office-Objekte. Ein besonders ambitioniertes Beispiel ist das mit mehr als 5.000 Wohnungen größte Holzbauviertel der Welt, das ab 2021 auf dem ehemaligen Flughafen Tegel entstehen soll. Mit neuen Technologien, Vernetzung und intelligenter Produktion soll der Holzbau mittelfristig sogar ca. 20 bis 25% günstiger sein als Massivbau und 80 % der Emissionen einsparen. Der Baustart für das höchste Holzhaus Deutschlands in der Hamburger Hafencity mit 18 Stockwerken ist bereits Ende November 2020 erfolgt.
Zukunftsweisend, obwohl schon etwas älter, ist das NEST- (Next Evolution in Sustainable Building Technologies“) Forschungsgebäude in Dübendorf in der Schweiz, das von Architekt Werner Sobek zusammen mit Dirk. E. Hebel und Felix Heisel, beide von der KIT Karlsruhe, um die Experimentaleinheit „UMAR“ (Urban Mining und Recycling Unit) ergänzt wurde. „Ich war schon mal ein Haus“, könnte an jedem Bauteil stehen“, so Sobek, der recyclinggerecht „mit Abfall“ gebaut hat. Der Kreislaufgedanke spielt eine zentrale Rolle, verwendete Materialien werden nicht verbraucht und entsorgt, sondern nur für bestimmte Zeit aus dem technischen, bzw..natürlichen Kreislauf entnommen und später zurückgeführt. Das geht, denn sie sind nicht verklebt. Dazu neigen Architekten, um Gewährleistungsproblemen vorzubeugen, denn 50 % der Gerichtsverfahren haben heute, so Sobek, mit den Thema Bauen zu tun. Die Folge ist, dass Hausbesitzer ein Sondermüllproblem haben.    Susanne Kraft


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