Donnerstag, 11. März 2021, 11:10 Uhr
Interview mit Bianca Edda Weber, Dauphin

Chance für eine zukunftsfähige Arbeitswelt


Wir alle haben im vergangenen Jahr erlebt, wie sich das Arbeiten vollständig verändert und verlagert hat. Remote Work und Agilität – über Nacht gehörten sie überall zur Realität. Doch die Prozesse müssen sich noch einschleifen, oft hinkt die Arbeitskultur den neuen Ansprüchen noch hinterher. Was sind also die wichtigsten Basics für das Arbeiten in der Zukunft? Und wie lässt sich das Buzzword „New Work“ mit Sinnhaftigkeit und Inhalt aufladen? Und welche Rolle spielt bei all dem die Gestaltung der unterschiedlichen Office- und Arbeitsorte? Fragen, die wir Bianca Edda Weber, Innenarchitektin und Marketingleiterin von Dauphin, gestellt haben. (Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen arcade, die in wenigen Tagen erscheint.)

Frau Weber, 2020 haben sich die Arbeitsprozesse im Büro aufgrund der Pandemie enorm beschleunigt und verändert. Welche Auswirkungen wird dies langfristig auf unsere Arbeitskultur haben?
Bianca Edda Weber: Die Pandemie hat das physische Zusammenkommen auf ein notwendiges Minimum reduziert. Die spontane Abstimmung, das Meeting oder die Teamarbeit – alle Prozesse wurden digitalisiert und sind vom Home Office aus eine neue Herausforderung. Je nach Reifegrad der ­Organisation können daraus negative ­Effekte auf die Arbeitskultur resultieren. Das „Back to the Office“-Prinzip gilt als ein normativer Ansatz, ist jedoch nicht immer in der gewohnten Form empfehlenswert, da sich dieses Konzept als nicht ausreichend resilient gegenüber Krisen erwiesen hat. Auch haben die im Home Office verweilenden Mitarbeiter mittlerweile neue Bedürfnisse entwickelt, wie sie in Zukunft arbeiten möchten.  
Unternehmen sind jetzt gefordert zu handeln, indem Sie langfristig hybride Arbeitskulturen entwickeln, die krisenfester sind und sowohl auf die externen Einflüsse als auch die internen individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen.
New Work ist das Buzzword der neuen Arbeitswelt. Was sind die wichtigsten Parameter für das Arbeiten in der Zukunft?
Empowerment, Selbstorganisation und -verantwortung sind entscheidende Kriterien: Die 9-to-5-Präsenzkultur wird durch Vertrauensarbeitszeit mit Führen nach Zielen ersetzt, der altgediente Business Plan weicht iterativen MVP (Minimum Viable Product)-Versuchen, die im ersten Anlauf auch gerne mal scheitern dürfen. Change-Prozesse werden nicht mehr top down vorgegeben, sondern entstehen gemeinsam im Kollektiv: Es gilt, die starren Parameter der „alten“ Arbeitswelt zu hinterfragen und neue dynamische Denk- und Verhaltensmuster zuzulassen. Im Mittelpunkt steht ­dabei die sinnhafte Neudefinition der Beziehung zwischen Unternehmen, Gesellschaft und Individuum, mit der Ziel­setzung nachhaltig und verantwortungsvoll zu ­wirtschaften.  
Wie spiegeln sich Remote Working und Agilität in Gestaltungskonzepten wider?
Die Gestaltungskonzepte werden anwendungsgerechter, flexibler und wohnlicher: Für das Team-Meeting dienen mobile Multifunktionsmöbel aus einem warmen ­Material- und Farbmix, das diskrete Gespräch wird im Telephone Pod erledigt und für die konzentrierte Projektarbeit zieht man sich ins Home Office zurück. Sind die Kinder dann doch zu neugierig, wechselt man kurzerhand in den soeben eröffneten Coworking Space mit Living Charme um die Ecke. Die Arbeit passt sich nicht mehr dem Ort an, sondern der Ort wird nach dem Arbeitsinhalt gewählt.
Office-Konzepte beziehen sich im besten Fall auf die jeweilige Unternehmens- und Führungskultur. Wie gehen Sie diesbezüglich bei der Planung und ­Umsetzung vor?
Ob dynamisches Start-up, inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen oder global agierender Großkonzern: Wir starten immer mit der Ist-Situation. Dabei ist ­neben der ­regulären Bestandsaufnahme von Raum- und Bedarfsflächen, der intensive Austausch mit den Mitarbeitern vor Ort entscheidend. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einbindung der Menschen ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine nachhaltige und akzeptierte Arbeitswelt ist. Auch sollte das Gestaltungskonzept die Werte der Führungs- und Unternehmenskultur visualisieren und hervorheben.  Ist der „Kicker-Tisch“ für ein Start-up nahezu ein Must-Have-Office-Toy, würde dieser im Entrée eines seriösen Finanzdienstleisters deplatziert wirken und bestenfalls als teures Kunstwerk interpretiert werden.   Das Interview führte Heike Gessulat

Lesen Sie das Interview in voller Länge in der aktuellen arcade, die in wenigen Tagen erscheint. Sie möchten arcade regelmäßig erhalten? Hier geht's zum Print- und Digital-Abo.





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