Montag, 03. Mai 2021, 08:50 Uhr
Interview mit Interior-Designer Maxime de Campenaere

"Ich war sofort fasziniert"

Der belgische Interiordesigner Maxime De Campenaere setzt in seinen Projekten u.a. gerne keramische Fliesen ein. Im Interview erläutert er, was ihm bei der Gestaltung mit Fliesen besonders gefällt und wie er sie auf unkonventionelle Weise einsetzt, wie bei seiner ersten Möbelserie.

Maxime, Sie gestalten Räume in den Bereichen Gastgewerbe, Wohnen und Arbeiten. Verändern sich hier aktuell die Anforderungen?
Die drei Bereiche werden sich sicherlich immer hinsichtlich technischer Vorschriften und Vorgaben unterscheiden, aber in letzter Zeit stellen wir fest, dass die Grenzen verschwimmen. So gestalten wir Büros z.B. heute nicht mehr so streng und abgegrenzt wie früher. Der heimische Wohlfühlfaktor, den viele jetzt aus dem Home Office kennen, wird nun auf Büros übertragen. Unser letztes Office-Projekt ist der beste Beweis, wie Strukturen aufgebrochen werden. Mehr als 50 % der Fläche ist allein für die Kommunikation der Mitarbeiter reserviert. Ideen werden hier zwanglos auf einem Sofa oder an einer Kücheninsel ausgetauscht.

Was war bisher Ihr herausforderndstes Projekt?
Jedes Projekt ist für sich eine Herausforderung, aber in Bezug auf Budget und Zeitplan war sicherlich das „BeCentral“ besonders anspruchsvoll. Der derzeit größte digitale Campus in Europa ist im Brüsseler Hauptbahnhof ansässig und wir hatten zunächst den Auftrag eine Fläche von 60 qm zu gestalten. Inzwischen sind es neun Designkonzepte für 6.500 qm geworden. Wir hatten dafür lediglich zwei Jahre Zeit und nur knapp 400 Euro pro qm zur Verfügung – und zwar für alle Arbeiten inklusive Möbel.

Von was lassen Sie sich inspirieren?
Ich bin fasziniert von Filmen, in denen das Set eine wichtige Rolle spielt. Wie zum Beispiel bei Clockwerk Orange oder Shining von Stanley Kubrick, Io sono l’Amore von Lucas Guadagnino oder auch Playtime von Jacques Tati. Darüber hinaus bin ich ein exzessiver Sammler von Materialproben. Wir ertrinken im Studio quasi in Materialproben (lacht), aber sie sind für mich eine wichtige Inspirationsquelle. Genauso wie die zahlreichen Fotos, die ich auf Reisen mache, wecken sie Assoziationen und animieren mich zu einem Spiel mit Farben.

Apropos Materialien: Was schätzen Sie an keramischen Fliesen?
Keramische Fliesen sind extrem vielseitig und in vielfältigen Ausgestaltungen erhältlich. Mit ihnen kann ich unterschiedliche ästhetische Lösungen erarbeiten und dennoch alle Ansprüche an Funktionalität erfüllen. Einerseits stehen sie für Authentizität, andererseits bringen sie Dynamik in meine Entwürfe. Ich kreiere z. B. einen Vintage-Touch oder erzeuge ganz bewusst Kontraste, wie jüngst mit der Serie „Craft“ in einem privaten Wohnprojekt.

Die Kollektion „Craft“ von Agrob Buchtal ist ja eine sehr urwüchsige, archaische Fliesenserie.
Ja, richtig. Ich hatte die Serie beim örtlichen Fliesenhändler entdeckt und war sofort fasziniert von den hochglänzende Glasuren, der imposanten optischen Tiefe und dem lebendigen Farbspiel. Ich war mir sicher, dass mich die Serie zu einem ganz besonderen Gestaltungsentwurf inspirieren würde.

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