Dienstag, 11. Mai 2021, 08:53 Uhr
Sieger Design

Jedem sein stilles Örtchen

Die meisten Menschen nutzen sie regelmäßig: halböffentliche WCs. Nur selten zählen sie jedoch zu den angenehmen Erfahrungen. Insbesondere betriebliche Sanitär-Räume bieten häufig nur wenig Ambiente, Intimität und Stille. Dass es auch anders geht, zeigt das kompakte visionäre Konzept ­„Personal Sensory Spaces“ von Sieger Design. In diesem Jahr realisiert die Agentur ihre Architektur-­Studie von 2019 mit 41 WC-Einheiten für den deutschen Lack- und Farbenhersteller Brillux.
Unternehmen müssen ihren Mitarbeiter:innen heute mehr als einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz, Getränke und Obst bieten. Gerade bei offenen Büro-Landschaften und hoher Dynamik sind ausgleichende Ruhe-Optionen besonders wichtig. Das Architektur-Konzept fürs Bad von Sieger Design soll allen Beschäftigten Momente der Privatheit ermöglichen: ein Zeichen der Wertschätzung und lohnendes Invest in den Menschen, der damit in den Fokus rückt. So verfolgt die Agentur ein neues Verständnis vom halböffentlichen WC in Unternehmen und darüber hinaus.
„Personal Sensory Spaces“ (PSS) tauscht den heutigen Standard aneinandergereihter Einzel-Kabinen und eines offenen Waschplatzes, den mehrere Menschen gleichzeitig nutzen, gegen schallgedämmte Raum-Einheiten mit Toilette und eigenem Waschtisch. Die Anzahl der WCs bleibt dabei ohne Erweiterung der Fläche erhalten. So entstehen autarke Ruheplätze, Intimität und Stille. Mitarbeiter:innen können diese zur kurzen Entspannung und für persönliche Rituale aufsuchen, sei es die körperliche Reinigung nach der Anfahrt mit dem Fahrrad, das ­Auffrischen des Make-ups oder die diskrete Einnahme von Medikamenten.
Diese vordefinierten Ruheräume hat Sieger Design nun am Hauptstandort von Brillux in Münster in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Vervoorts & Schindler realisiert. Zunächst wurden fünf voll ausgestattete Einheiten in einem Ankerbau umgesetzt, der das Produktionswerk mit einem Gästehaus verbindet. Die neuen halböffentlichen WCs im Empfangsbereich sollen den Besucher:innen ein Gefühl des Angekommenseins vermitteln – als Pilotprojekt für die 36 weiteren Einheiten, die auf drei Etagen des nahegelegenen Büro-Gebäudes geplant sind. In beiden Objekten wird das 2019 erstmals als Vision vorgestellte Konzept nahezu 1:1 umgesetzt. Der Waschplatz bietet Großzügigkeit auf kleinstem Raum. Wandgroße Bildmotive, die von modernen LEDs gleichmäßig hinterleuchtet werden, bringen die Natur ins Innere. Weitere multisensorische Ausstattungsoptionen durch Licht, Musik und Duft können integriert werden.

Eingesetzte Produkte (Auszug):
Waschbecken: Alape (Sonderanfertigung)
Armatur: „Meta.02“ (sowie Accessoires) von Dornbracht
Wand-WC: „Happy D.2“ von Duravit
Hinterleuchtetes Rahmensystem mit Textildruck: CCS Digital Fabric

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