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Dienstag, 19. Oktober 2021, 08:11 Uhr
Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz

Umsatzverluste für Matratzenhersteller, Zugewinn für Möbelstoffe

Die Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie und eine stockende Rohstoffversorgung mit verbundenen Preissteigerungen prägten das erste Halbjahr 2021 für die deutsche Matratzen- und Textilindustrie. Seit Ende 2020 stiegen insbesondere die Preise für PU-Schaum, Garne, Stoffe, Federkerne, Aluprofile oder Verpackungsmaterialien aus Papier und Pappe sowie Kunststoff kontinuierlich an, bis hin zu Preissprüngen im deutlich zweistelligen Prozentbereich im zweiten Quartal, die zu bisherigen Steigerungen noch dazu kamen. Transporte für Vorprodukte aus Übersee haben sich sogar um ein Vielfaches gegenüber dem Vorjahr erhöht. Als Folge waren die Preiskalkulationen der Industrien nicht mehr zu halten, was zu höheren Preisen sowie Lieferengpässe führte. Als weitere Herausforderungen hatten die Unternehmen mit steigenden Energiepreisen sowie Innovationen im internationalen Wettbewerb zu kämpfen, wo nicht alle Hersteller die gleichen Produkt- und Umweltanforderungen einzuhalten haben, wie sie in Deutschland und im europäischen Ausland gegeben sind.

Einer schwierigen Entwicklung standen die Matratzenhersteller gegenüber. Im ersten Halbjahr 2021hatten sie laut dem Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz einen Umsatzrückgang von Minus 11,3 Prozent und einen Absatzverlust von Minus 6,4 Prozent zu beklagen. Einziger Gewinner bei den Technologien waren Sonstige, zu denen vor allem Wasserbetten und Kindermatratzen gehören. Sie konnten bei Umsatz und Absatz um jeweils rund 30 Prozent zulegen. Die sonst so gefragten Technologien wie Schaum und Federkerne mussten teilweise herbe Verluste hinnehmen. Schaum lag beim Umsatz um Minus 9 Prozent und beim Absatz um Minus 5 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Federkern waren mit Minus 32 Prozent beim Umsatz und Minus 40 Prozent beim Absatz größter Verlierer.

Bei den Warengruppen standen Topper mit Plus 16 Prozent beim Umsatz und Plus 12 Prozent beim Absatz auf der Gewinnerseite. Unterfederungen/Lattenroste blieben mit Minus 15 Prozent beim Umsatz und Minus 22 Prozent beim Absatz hinter dem Vorjahr zurück.

Bei den Heimtextilien waren Möbelstoffe am stärksten nachgefragt, nachdem sie im letzten Geschäftsjahr erstmalig von den Dekostoffen überholt worden waren. Motor für die gute Entwicklung war das Exportgeschäft, das überdurchschnittlich stark angezogen ist. So konnten die Möbelstoffen um 21 Prozent beim Umsatz und 29 Prozent beim Absatz zulegen. Dekostoffe erzielten einen Zugewinn von 5 Prozent beim Umsatz und 3 Prozent beim Absatz. Vor dem Hintergrund des sechsmonatigen Lockdowns, der gerade für den stationären Handel schwieriger war als die kürzeren Lockdowns von 2020, bewertet die Branche dies als positives Ergebnis.

Weiterhin nur selten nachgefragt wurden textile Bodenbeläge. Da sie vorrangig im Hotelgewerbe, Automotive-/Flugzeugbereich sowie im Büro-/Ladenbau eingesetzt werden, die alle vom Lockdown betroffen waren, war die Produktsparte stark gebeutelt und blieb mit Minus 13 Prozent beim Umsatz und Minus 27 Prozent beim Absatz hinter dem Vorjahr zurück. Da zum Ende des 1. Halbjahres die Produktsparte wieder verstärkt nachgefragt wurde, schauen die Hersteller aber positiv in das 2. Halbjahr.

Beim maßkonfektionierten Sicht- und Sonnenschutz wurde eine Umsatzsteigerung von 12 Prozent und ein Absatzplus von 9 Prozent erzielt, das sonst übliche Sommerloch ist in diesem wie auch im Vorjahr ausgeblieben. Saisonbedingt war der Insektenschutz beim Umsatz mit einem Zugewinn von 35 Prozent und einem Absatzplus von 28 Prozent die stärkste Produktgruppe. Plissees konnten bei Umsatz und Absatz jeweils um rund 7 Prozent zulegen, die deutlich teureren Wabenplissee sogar jeweils um rund 20 Prozent. Rollos und Jalousien zählten zu den schwächsten Produktgruppen. Dabei haben Doppelrollos ein Umsatzminus von 2 Prozent und einen Absatzrückgang von Minus 4 Prozent zu beklagen.

Insgesamt zeigte sich die Branche mit den Halbjahresergebnissen zufrieden und blickt sehr positiv gestimmt in die Zukunft.


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