Mittwoch, 23. Februar 2022, 10:10 Uhr
brandherm + krumrey

Offen gestaltete Headquarter für die List Gruppe

„Büroimmobilien ganzheitlich durchdacht“ lautet ein Motto der List Gruppe. Dieser umfassende Ansatz prägte auch die Planung der beiden neuen Unternehmenszentralen. Mit dem Claim „Our Office“ wurden die Bürobauten in Nordhorn und Bielefeld von innen nach außen konzipiert. Leitidee war das Bild eines lichten Hangars. Für die so entstandenen Arbeitslandschaften entwickelte brandherm + krumrey ein ebenso offenes wie systematisches Interior Design. Hauptakteur ist dabei ein flexibles Raumelement.

In den von RKW Architektur + entwickelten Bürogebäuden wurde auf geschlossene Räume weitgehend verzichtet. Deckenhöhen von 6,40 m und sichtbare Installationen betonen die Offenheit der zweigeschossigen Neubauten. Entsprechend dem Leitbild eines „Flugzeughangars“ werden die beiden Geschosse jeweils durch den großzügigen Luftraum und eine Freitreppe verbunden. Dazwischen liegt eine offene Galerie mit Lounge und Rückzugsbereichen.

Größtmögliche Flexibilität und Offenheit spielen auch bei den Büroflächen eine zentrale Rolle. Sie sind für agiles Arbeiten geplant und verfügen über fast keine festen Einbauten. Um trotzdem die Gliederung einzelner Bereiche zu ermöglichen, konzipierte brandherm + krumrey ein intelligentes Systemmöbel. Das multifunktionale Stahl-Raster besteht aus einzelnen Feldern, die als flexible Raumteiler fungieren. Dank ihrer geringen Höhe bleibt der offene Gesamtcharakter der hallenartigen Innenräume erhalten. Mit Hilfe der Systemelemente lassen sich variable Bereiche konfigurieren und hybride Projekträume bilden. Der modulare Aufbau ermöglicht eine flexible Gestaltung mit offenen und geschlossen Feldern oder mit Stauraum-Elementen. Hierfür stehen austauschbare Module und Oberflächen aus Holz, Stoff, Glas oder als Whiteboard zur Verfügung. Dort, wo Meetings in größerer Runde stattfinden, bieten außerdem raumhohe, verschiebbare Trennwände variable Möglichkeiten der Belegung und Nutzung.

Das soziale Herzstück der Gebäude ist der zentrale „Deli“ im Erdgeschoss, in dem leichte Mahlzeiten frisch zubereitet werden. Dazu bietet eine locker gestaltete Sitzlandschaft rund um einen großen Baum Gelegenheit für Austausch und Begegnung. Das Interior Design begegnet der offenen Architektur mit wohnlicher Leichtigkeit. Locker gruppierte Tische und Polstermöbel laden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur gemeinsamen Nutzung ein. Teppiche und viele Grünpflanzen sorgen für eine angenehmen Atmosphäre. Hingucker ist jeweils der sechs Meter hohe Baum im Zentrum der Neubauten, der zum guten Büroklima beiträgt. Als ein augenzwinkernder Verweis auf die Profession der List Gruppe wurden Materialien aus der Baubranche verwendet: Streckmetall am Empfangstresen, Geländer mit Maschendraht oder Raumteiler aus verschiedenfarbigen Spanngurten geben dem Ganzen einen individuellen Touch. Angelehnt an das Corporate Design ist auch die wiederkehrende Verwendung des Orangetons aus dem Logo des Bauherrn. Im eher gedeckten Farbumfeld der neuen Arbeitswelt setzen Möbel, Einbauten und Accessoires in leuchtendem Orange immer wieder farbige Akzente.

Die Leitidee des „flexiblen Hangars“ zieht sich durch alle Ebenen der beiden Bürobauten. Dabei staffelt sich die funktionale Zuordnung der variablen Flächen von unten nach oben, was sich im Interior Design widerspiegelt. Den angenehmen Workflow ermöglichen auf der unteren Ebene offen gestaltete Arbeitsplätze vor den bodentiefen Fenstern, während diverse Sitzgruppen Lounge-artige Aufenthaltsinseln bilden. Die darüber liegende Galerie ist als Zwischenebene dem informellen Austausch und Rückzug vorbehalten. Statt Schreibtische gibt es hier gemütliche Polstermöbel und transparente Vorhänge in warmen Farben. Das erste Obergeschoss enthält Büro- und Besprechungsbereiche, in deren offener Struktur verglaste Raumboxen für vertrauliche Gespräche oder konzentrierte Einzelarbeit eingestellt sind.

Wie weit der Systemgedanke bei den Neubauten reicht, zeigt sich im baulichen Gesamtkonzept: Die Gebäude lassen sich bei Bedarf über die Achsen erweitern, damit auch hier dank vorgefertigter Bauweise eine schnelle Anpassung möglich ist. Im Zusammenspiel von offener Architektur und Raumplanung entstanden so äußerst variable Arbeitswelten für die aufstrebende Unternehmensgruppe.


Fotos: Joachim Grothus




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