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Mittwoch, 31. August 2022, 13:36 Uhr
BauInfoConsult

Wohnungsbau-Prognose - erst ab 2023 geht es wieder aufwärts

Die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ist nach wie vor hoch. Beim Wohnungsneubau lief es daher lange wie am Schnürchen – selbst in der Coronakrise. Doch Verzögerungen bei den Bauleistungen und die permanente Teuerung der Baupreise haben es dem Branchenmusterkind schon 2021 zunehmend schwer gemacht. 2022 haben sich die Unsicherheiten noch intensiviert – und das Drama rund um die erst weggefallenen Neubaufördermittel und dann auf 2023 verschobene Neuaufstellung der Bauförderlandschaft kommt noch hinzu. Die Prognose von BauInfoConsult für die nächsten Jahre fällt daher für diesen Sektor ungewohnt verhalten aus – mit einem Lichtblick am Ende des Zeithorizonts.

Diese ungünstigen Bedingungen spiegeln sich auch in unserer Bauprognose für den Wohnungsbau im Jahr 2022 wider. Demnach stagnieren die Genehmigungen für neue Wohngebäude 2022 bei -0,2 Prozent zum Vorjahr. Etwas, wenn auch nicht viel Bewegung kommt nur vom Mehrfamilienhaussektor (+1,1 Prozent). Eine etwas bessere Entwicklung ist 2023 zu erwarten (mit 3,0 Prozent mehr Genehmigungen, wobei beide Hauptsegmente des Wohnungsbaus Verbesserungen aufweisen).

Aufgrund der durch Material- und Fachkräftemangel länger gewordenen Bauzeiten hat BauInfoConsult seine Prognose der Fertigstellungsentwicklung noch feiner auf die Entwicklung des Bauüberhangs abgestimmt. Schon aufgrund der positiven Genehmigungsentwicklung 2021 deutet sich für 2022 wieder ein Aufwärtstrend bei den Fertigstellungen an: So dürften 2022 bereits wieder 2,5 Prozent mehr Wohngebäude fertiggestellt werden – doch wohlgemerkt im Vergleich mit dem schwachen Ergebnis von 2021. Verglichen mit dem Ergebnis 2020 etwa liegen die für 2022 prognostizierten 105.528 Gebäude um 7,0 Prozent drunter.

Auch 2023 soll die Fertigstellungszahl wieder in ähnlichem Ausmaß ansteigen (+2,3 Prozent). Der Geschosswohnungsbau lässt den Eigenheimsektor beim Wachstum erneut um Längen zurück, doch ist auch bei den vom privaten Bau dominierten Segmenten ein leichtes Fertigstellungsplus zu sehen. Ähnliche Dimensionen wie 2020 werden wohl aber nicht vor 2024 erreicht – ein schnelles Ende der Wohnungsengpässe ist also leider in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich.

Auf regionaler Ebene weist die Prognose erhebliche Unterschiede auf. So erholt sich der Wohnungsneubau im Norden im Prognosezeitraum noch nicht von der im Jahr 2021 deutlichen negativen Tendenz: Nach zwei glimpflichen Jahren (immerhin: Stagnation mit minimalem Wachstum 2022 und 2023) wartet am Ende des Prognosezeitraums schon wieder eine negative Tendenz auf. Doch zumindest der niedersächsische Wohnungsmarkt kommt relativ gut durch die nächsten Jahre.

Etwas besser sehen die Aussichten für den Osten aus: Hier ist in den nächsten Jahren bis zum Ende des Prognosezeitraums bestenfalls ein leichtes Plus zu erwarten. Die Impulse kommen vor allem aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg, während der sächsische und Berliner Wohnungsmarkt weiter schwach bleiben.

Im Süden ist laut der Prognose dagegen schon ab 2022 fast wieder alles beim Alten und die Tendenz bis 2024 weiter auf einer soliden Wachstumsspur. Die Zuwachsraten in Bayern sind jeweils am stärksten. Auch der Westen kann in den nächsten Jahren etwas an Boden gut machen, wenn auch mit weniger deutlichen Zuwächsen. Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland kommen etwas stärker in Gang als der größte westdeutsche Wachstumsmarkt Nordrhein-Westfalen.

Im Bild: Berliner Neubauprojekt "Urban". Das Gebäude aus der Feder von Thomas Hillig Architekten wird künftig über 20 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten verfügen. 90 % davon hat die David Borck Immobiliengesellschaft, exklusiv für den Vertrieb beauftragt, bereits vermarktet. Abb.: David Borck Immobiliengesellschaft



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