29.12.2025
Branchen-Umfrage 2026:
Machen statt jammern!

Foto/Grafik: Florian Reimann
Optimistisch: die Designerin Hanne Willmann.
Hanne Willmann (Designerin, Berlin):
„2026 wird für uns ein aufregendes Jahr! Wir wollen in ein neues Studio mit Showroom umziehen und wir haben viele neue Projekte. Außerdem habe ich eine Art Direction für ein neues Label, dessen Launch im Frühling ist. Das wird großartig und ich freue mich sehr über die tollen Kooperationen mit anderen Designerinnen und Designern. Persönlich hoffe ich, dass ich in diesem sicher anstrengenden Jahr genügend Zeit mit meinen Kindern verbringen kann.“
Leo Lübke (Geschäftsführender Gesellschafter COR und VDM-Präsident):
„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Konjunktur noch schlechter wird, aber mit einer deutlichen Belebung ist auch nicht zu rechnen. Da man nicht wissen kann, was kommt, sollte man sich auf das konzentrieren, was man selbst in der Hand hat. Ich versuche mir auch in hektischen und herausfordernden Zeiten Gelassenheit und Heiterkeit zu bewahren.“
Andreas Müller (Geschäftsführer Soda Group):
„In der Branche Hospitality und Gastronomie wird 2026 ein weiteres Jahr der Transformation. Projekte werden noch stärker auf dem Prüfstand stehen. Bei der Soda Group werden wir daran arbeiten, uns intern noch flexibler aufzustellen. Dabei fokussieren wir uns auf unsere Mitarbeitenden, die wir in der Projektarbeit inhaltlich und strukturell stärken wollen."
Olaf Baumeister (Unternehmer, Hotel Seegarten, Sundern, NRW):
„2026 wird von dem Wunsch nach echten, analogen Erlebnissen abseits des durchdigitalisierten Alltags geprägt sein. Der Fokus wird auf weniger Überfluss und mehr Qualität bei gleichzeitiger Preissensibilität liegen.
In Hotel Seegarten starten wir das neue Jahr mit Umbauten und Investitionen in die Zukunft: Den Anfang machen eine neue Gin & Wein-Bar und der Ausbau unseres Rooftop-Spas. Dann folgt ein riesiges, stromerzeugendes grünes Dach, das unseren Parkplatz überspannt und mit der Natur verschmelzen lässt.“
Roland Meyer-Brühl (Designer und Geschäftsführer Brühl):
„Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung, die sich 2025 abgezeichnet hat, weiter fortsetzen wird. Wir sind ein innovativer Hersteller und bleiben dem Wesenskern von Brühl treu. Insofern: Es wird viele Innovationen geben sowie diverse Messebeteiligungen, bei denen wir diese neuen Kollektionen in den Fokus rücken.“
Bernd Schellenberg (Architekt und Kurator):
„Der exklusive Interior Markt, der sich an Handel und Hospitality wendet, wird sich weiter dynamisch entwickeln. Dabei verlieren die angestammten Marken zunehmend an Bedeutung. Viele neue spannende und exklusive Marken mit High-End Approach drängen in die Marktsegmente. Häufig unbemerkt vom angestammten Handel. Diese Entwicklung verfolge ich seit langem als Kurator verschiedener Messe- und B2B-Konzepte. Für mich gilt: Das Angestammte mitnehmen, das Neue fördern.“
Jens Lewe (Geschäftsführung KFF):
„Ich erwarte keine gravierenden Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Wir werden also weiterhin sehr fleißig und aufmerksam unsere Chancen herausarbeiten und nutzen.Wir werden, ohne ignorant oder naiv zu sein, trotz einer gedämpften Allgemeinstimmung die positiven Faktoren verstärken. Unsere neue Modellfamilie „Yes“ trägt nicht ohne Grund diesen Namen. Unsere Produkte sind ein Beitrag zu einem positiveren Lebensgefühl und das wünschen sich derzeit viele Menschen.“
Meike Harde (Designerin):
„Ich bin schon sehr gespannt auf die Orgatec 2026, die für mich als Kölner Designerin besonders wichtig ist. Das Motto „Weniger ist mehr“ würde ich 2026 gern etwas leiser drehen. Der fast klinische Minimalismus hat für mich vielerorts an Seele verloren. Stattdessen wünsche ich mir mehr Mut zu feinen Mustern, Strukturen und gestalterischen Akzenten, die Räumen – besonders Wohnräumen – wieder mehr Wärme, Persönlichkeit und Charakter verleihend.“
Dirk Offermanns (Geschäftsführer Kinnarps):
„Ich erwarte ich eine weitere Verdichtung der Flächen bei gleichzeitiger qualitativer Aufwertung, um Büros attraktiver und nutzstiftender zu machen. Damit es einen klaren Grund gibt, im Büro zu arbeiten, braucht es Planung und einen fundierten Analyseprozess an. Dafür haben wir mit „Next“ das passende Tool. Bei Kinnarps wollen wir noch vertriebsorientierter agieren, alle Kanäle aktiv bespielen und unsere Expertise in den Bereichen Büro, Health Care und Bildung stärker sichtbar machen.“