01.04.2026
bdia
Priorität für klimagerechtes Bauen im Bestand

Foto/Grafik: Kai Schmidt
Vorbildliche Transformation: „Die Fabrik“ in Chemnitz – ein umgebautes und neu genutztes Maschinenwerk.
Der Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (bdia) positioniert sich mit der klaren Forderung an die Bundesregierung, das jüngst beschlossene Klimaschutzprogramm zu überarbeiten. Hierfür schlägt der bdia weitergehende Maßnahmen für das umweltschonende Bauen im Bestand sowie eine stärkere Einbindung vor.
Grundsätzlich begrüßt der bdia das am 25. März beschlossene Klimaschutzprogramm, insbesondere die stärkere Fokussierung auf Energieeffizienz, Sanierung und soziale Flankierung im Gebäudesektor. In der vorliegenden Form bleibe das Programm jedoch deutlich hinter den Anforderungen an eine wirksame „Bauwende“ im Bestand zurück. Der Gebäudesektor steht unter erheblichem Transformationsdruck. In seiner Stellungnahme betont der bdia, dass die Klimaziele nur erreichbar wären, wenn der Fokus konsequent auf den Bestand gelegt wird. „Klimaschutz im Gebäudebestand gelingt nur mit qualifizierter Planung. Innenarchitektinnen und Innenarchitekten gehören zwingend dazu“, erklärt bdia-Bundesgeschäftsführerin Mandy Heinrichson. „Sie sind die Fachplanerinnen und Fachplaner für die nachhaltige Transformation im Inneren von Gebäuden, wo Nutzung, Material und Energie zusammenkommen.“Professor Carsten Wiewiorra, Präsident bdia, ergänzt: „Wer die Bauwende ernst meint, muss die Planung dort stärken, wo sie den größten Hebel hat, und dieser ist der Bestand.“
Der bdia fordert, folgende Punkte im Klimaschutzprogramm nachzuschärfen:
• Bestandserhalt und Umnutzung vor Neubau priorisieren
• Innenarchitektonische Planung als eigenständige, förderfähige Leistung anerkennen
• Verbindliche Rahmenbedingungen und Anreize für zirkuläres Bauen schaffen
• Materialeffizienz und Lebenszyklusbetrachtung systematisch in Förderprogramme integrieren
• Ausbau der Fördermittel für Planungsleistungen im Bestand
• Gezielte Förderung von Umnutzung und Umbau statt Abriss und Neubau
• Finanzielle Anreize für zirkuläre Materialkonzepte
• Mehr Planungs- und Investitionssicherheit für alle am Bau Beteiligten
„Wer die Bauwende ernst meint, muss die Planung dort stärken, wo sie den größten Hebel hat, und dieser ist der Bestand“, so Professor Carsten Wiewiorra, Präsident bdia.