Gestern und heute: die neue Edition des Stuhl-Klassikers „Fledermaus“ von Josef Hoffmann.
Foto/Grafik: Wittmann
Erbe verpflichtet: die neue Geschäftsführerin Alice Wittmann.
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Legendär: Wittmann-Sitzgruppe „3/4“ aus dem Jahr 1960 (Design: Johannes Spalt).
Foto/Grafik: Wittmann
Heimat von Design-Ikonen: das Sofa „Miles“ von Sebastian Herkner.
Eine lange Familientradition, herausragendes Handwerk und zeitloses Design: Die Wittmann Möbelwerkstättenfeiern in diesem Jahr 130-jährigen Geburtstag. Die neue Firmenchefin Alice Wittmann blickt mit großem Respekt auf ein reiches, kulturelles Erbe und stellt im Jubiläumsjahr die Weichen für die wirtschaftliche Zukunft, bei der die Kernkompetenzen des Manufakturbetriebes die entscheidende Motivation darstellen.
Seit 130 Jahren verbindet Wittmann kompromissloses Handwerk mit gestalterischem Weitblick und allerhöchster Qualität. Was 1896 als Sattlerei im niederösterreichischen Etsdorf begann, entwickelte sich über Generationen zu einer international renommierten Manufaktur. Der von Franz Wittmann gegründete Betrieb wurde von seinem Sohn Rudolf weitergeführt, der das Angebot um Polsterarbeiten, einfache Möbel und Schaukelpferde erweiterte – und damit den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens legte.
Weitblickend erkannte Franz Wittmann, Enkel des Firmengründers, in den 1940er-Jahren das Ende der traditionellen Geschirrerzeugung im Zuge der Mechanisierung der Landwirtschaft. Mit strategischem Gespür führte er Wittmann in eine neue Ära und setzte in der Möbelherstellung auf Design, Qualität und Substanz. Das in den 1960er Jahren stark wachsende Unternehmen etablierte sich im deutschsprachigen Raum sowie in ausgewählten internationalen Märkten im obersten Segment. Entscheidend waren dabei die engen Beziehungen zu Gestaltern und Architekten wie Johannes Spalt. Dieser stellte den Kontakt zu Carla Hoffmann her und ebnete damit den Weg für die Reedition der Entwürfe des legendären Wiener Jugendstil-Architekten Josef Hoffmann (darunter der Stuhl „Fledermaus“) – ein Meilenstein, der Wittmanns Verbindung zwischen historischem Erbe und zeitgenössischer Gestaltung sichtbar machte.
Mit der Ernennung von Alice Wittmann, Urenkelin des Firmengründers, zur neuen Geschäftsführerin, setzt Wittmann im Jubiläumsjahr 2026 ein klares Signal: Man möchte sich wieder stärker auf die Familienwurzeln berufen, diese in der Gegenwart weiter entwickeln und beides in eine zeitlose Designsprache übersetzen. Alice Wittmann: „Unsere Haltung ist geprägt von Respekt: gegenüber unserer Tradition, unseren Mitarbeitenden, unseren Handelspartnern und den Menschen, die mit unseren Möbeln leben. In diesem Verständnis verbinden sich Vergangenheit und Zukunft zu einem klaren Markenversprechen.“