31.08.2026
Designer Peter Maly
Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag

Foto/Grafik: Cor
German classic: Der Designer Peter Maly in seinem für Cor entworfenen Sessel „Circo“.
Er hat die deutsche Wohnkultur in den vergangenen Jahrzehnten wie nur wenige Kreative geprägt: der Industriedesigner und Innenarchitekt Peter Maly, der gerade seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Zu den Gratulanten zählt auch das Unternehmen Cor, mit dem Maly mehr als 50 Jahre eng zusammengearbeitet hat.
„Geometrische Elementarformen, Kreis, Quadrat, flaches Rechteck, veralten nicht“, formulierte Peter Maly einmal sein gestalterisches Prinzip. Aus diesen Grundformen entwickelte er seine Möbel mit einer klaren räumlichen Identität und einem hohen Wiedererkennungswert. Sein ganzheitliches Denken reichte weit über einzelne Produkte hinaus – es umfasste Messestände, Showrooms, Ausstellungen und fotografische Inszenierungen. Unternehmen wie Cor, Thonet, Ligne Roset, Behr International, Interlübke, Sauter, Carpet Concept oder Tecta gehörten zu seinem umfangreichen Portfolio. Seine Arbeiten wurden u.a. im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und im Red Dot Design Museum Essen präsentiert.
Geboren 1936 im böhmischen Trautenau (heute: Trutnov in Tschechien), zog es den ausgebildeten Tischer im Anschluss an sein Innenarchitektur-Studium in Detmold nach Hamburg, wo er als Berater und Leitender Innenarchitekt in die Redaktion der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ berufen wurde. 1970 gründete er in der Hansestadt sein eigenes Studio.
Die jahrzehntelange Kooperation von Peter Maly und Cor begann im Jahr 1969 mit „Trinom“ – seinem zweiten Entwurf überhaupt. Das poppig anmutende Sitzmöbel aus Kunststoffschalen und bequemen Sitzpolstern brachte den Zeitgeist jener Jahre zum Ausdruck. Es folgten viele Modelle wie „Cirrus“ oder „Tabo“. Das bekannteste Maly-Design für COR ist der Sessel „Zyklus“. Für einen Messestand hatte Peter Maly ein Architekturmodell mit einem kleinen Sessel aus der Puppenstube seiner Tochter Laura entworfen. In dem Spielmöbel erkannte Helmut Lübke damals den Ausgangspunkt für einen leichten Sessel, der auch in kleineren Räumen großzügig wirken könnte. So entstand aus dem Austausch zwischen Designer und Unternehmer eine Konstruktion aus Stahlrohr, Polstern und Kreisformen. „Zyklus“ machte Peter Maly einem breiten Publikum bekannt und entwickelte sich zu einem Sinnbild des deutschen Designs der 1980er-Jahre: skulptural und komfortabel zugleich.